Handwerkskunst mit Tradition

Handwerkliches Geschick ist nicht nur beim Chef gern gesehen, sondern freut auch den Freundeskreis – bei diesem Beruf dreht sich alles um den nachhaltigen Rohstoff Holz! Die ältesten uns bekannten Zimmermänner sind Josef und Jesus von Nazareth, deshalb sind sie auch bei vielen Betrieben beziehungsweise Zünften Schutzpatrone.

Zimmerer (m/w/d)

Worum gehts?

Als Zimmerer bearbeitest du alles rund um die Unterdachkonstruktion: Vom Zimmern, Aufrichten von Holzkonstruktionen bis hin zur Überdachung ist alles dabei.

Chancen:

Du hast die Möglichkeit dich nach der Ausbildung zum  Meister weiter hochzuarbeiten. Dann bildest du selbst Lehrlinge aus. Hast du eher Lust noch zu studieren, kannst du auf deine Ausbildung aufbauen und Bauingenieur, Innenarchitekt werden oder/und später in die Energieberatung gehen.

Dauer: 3 Jahre

Voraussetzungen:

Räumliches Denken, mathematisches Grundverständnis und die Leidenschaft, mit Holz arbeiten zu wollen. Und keine Angst zu haben, sich mal die Hände schmutzig zu machen.

Über Niklas

Produziert werden hier hauptsächlich Wabenkörper aus Keramik für Wärmetauscheranwendungen.

Die Industriekeramiker stellen dafür erstmal eine Keramikmasse her – die kann man sich wie Knetmasse vorstellen. Die „Knetmasse“ wird dann durch den Extruder, eine formgebende Maschine, zu einem Endloswabenkörperstrang verarbeitet. Von diesem Strang werden die einzelnen Stück abgeschnitten und auf ein Blech geschoben. „Dabei muss man sehr vorsichtig sein, denn das Material ist sehr instabil und verformt sich schnell wieder, wenn man dagegen kommt. Es braucht viel Erfahrung, besonders im Umgang mit dem Roboterarm, mit dessen Hilfe man die Teile transportiert.“ Die vollen Bleche kommen auf ein Gestell und in die Trocknung. Dort wird dem Material die Feuchtigkeit entzogen, wodurch es härter und formstabiler wird. So kann es dann an der Sägemaschine auf die exakten Maße zugesägt werden. Danach geht’s ab in den Ofen. Der ist nicht zu vergleichen mit einem Ofen zuhause. „Wir haben hier große Kammeröfen. Die werden über eintausend Grad heiß.“ Außerdem werden die Keramikteile nicht nur ein paar Stunden, sondern gleich mehrere Tage am Stück „gebacken“. Wenn sie fertig und in Ruhe abgekühlt sind, geht´s in die Sortierung, wo jedes Teil einzeln nochmal genau kontrolliert wird. Nur wenn es exakt den Vorgaben entspricht, wird es verpackt und entweder eingelagert oder gleich verladen. Ein Großteil der Arbeit ist das Einrichten, Einstellen und Bedienen der Maschinen. Man muss aber auch selbst mal anpacken und sollte daher körperlich schon fit sein.

Niklas hat sich für die Ausbildung zum Zimmerer entschieden und ist im zweiten Lehrjahr bei der Firma Holzbau Pappe in Kerspleben.

Früh entwickelte sich sein Interesse an einem handwerklichen Beruf: Sein Vater ist Handwerker auf Baustellen, der beste Kumpel Dachdecker. Zack, waren die Ferienjobs in der Schulzeit gesichert und die Begeisterung an Konstruktionen von Gebäuden war geweckt. „Ich bin eher der Praktiker draußen als der Theoretiker drinnen“, sagt Niklas über sich. „Das Schöne in meinem Beruf ist, dass man sieht, was man gemacht hat und wenn man dann sagen kann, dieses Haus steht jetzt die nächsten 50 Jahre, dann ist das schon cool!“ Sichtbarkeit ist Niklas sehr wichtig in seinem Beruf, denn viele können gar nicht wissen und noch weniger sehen, was sich alles unter einem Dach versteckt. „Bearbeiten wir auf einer Baustelle ein Fachwerkhaus, erkennt man erst beim Abreißen, ob das alte Holz mit einem Schwamm oder Pilz befallen ist. Dann heißt es, bei 36° Celcius mit Schutzmaske und Ganzkörperanzug Wände und Holz rausreißen. Und erst danach kann die eigentliche Arbeit beginnen.“

Das Berufsfeld des Zimmerers eröffnet viele Karriereaussichten für Menschen, die Interesse an Konstruktionen haben.

Vor allem für jemanden wie dich, der am Ende des Tages sehen möchte, was er getan hat – dann bist du hier genau richtig! Eine abwechslungsreiche und vielfältige Ausbildung steht dir bevor: die Arbeit im Betrieb mit Berufsschuleinheiten sowie die überbetriebliche Ausbildung. Das Grundwissen über Holz, beispielsweise der Aufbau von Holzbalkendecken, statische Berechnungen, Training des räumlichen Denkens und vieles mehr werden dir im ersten Lehrjahr vermittelt. Fortwährend erweiterst du dein Wissen und es geht immer weiter ins praktische Arbeiten hinein, bis du das dritte Lehrjahr erreicht hast. Die Ausbildung zum Zimmerer ermöglicht dir nach der Lehrzeit den Zugang zu vielfältigen Studiengängen, um später im Bauingenieurwesen, in der Innenarchitektur oder gar in der Energieberatung tätig zu werden. 

Funfact: Der Begriff „Schlitzohr“ stammt aus diesem Beruf.

Der Ohrring wurde dem Zimmerer mit Hammer und Nagel ins Ohr geschlagen. Verhielt er sich nicht ‚ordentlich‘ oder ‚unehrenhaft‘ in seinem Betrieb, wurde ihm der Ohrring rausgerissen und er war damit gekennzeichnet. Aber keine Sorge – diese Zeiten sind vorbei. (ba)

Fotos: Volker Kreinacke, contrastwerkstatt, stokkete (alle stock.adobe.com)

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