(Programmier)Sprache=Kommunikation

Cedric hat vor seinem Realschulabschluss erste Praktika in der Mediengestaltung und IT-Branche gemacht. Heute macht er eine Ausbildung zum
Fachinformatiker bei LACOS Computerservice GmbH in Zeulenroda-Triebes. „Als meine Ausbildung begann, hatte ich bereits den Mopedführerschein gemacht und bin mit 18 Jahren dann in die erste Wohnung in der Nähe bezogen. In der Zeit habe ich auch meinen PKW-Führerschein bestanden. Es ging alles seinen Weg und jetzt freue ich mich richtig, bei Lacos anzufangen.“ Wie seine Ausbildung abläuft, erzählt er uns nun.

Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (m/w/d)

Worum gehts?

Als IT-Experte beherrschst du Programmiersprachen wie andere eine Fremdsprache im Schlaf. Mithilfe der Programmiersprache entwickelst du Softwarelösungen und Anwendungen für Unter nehmen. Zu deinem Aufgabengebiet gehört auch die Anwendung und das Testen der Software sowie Konzepte und Kostenvoranschläge erstellen.

Dauer: 3 Jahre

Voraussetzungen:

Du solltest Spaß an der Administration von IT-Systemen haben, über logisches und abstraktes Denkvermögen verfügen und dich gut mit verschiedenen Betriebssystemen auskennen.

Chancen:

Nach der Ausbildung kannst du Weiterbildungen zum IT-Techniker oder Teamleiter der IT-Infrastruktur und IT-Abteilung machen. IT-Experten können auch im Vertrieb in der Beratung und Verkauf von Hardware und Software tätig sein.

Foto: Lacos – Precision in Software

Cedric kann sich vorstellen, dass es in der Zukunftsprachgesteuerte moderne Landmaschinen gibt.

Lacos ist ein Unternehmen mit Software-Spezialisten für die Landwirtschaft. Wenn du beispielsweise einen Traktor hast und eine gute Lösung für eine GPS-Software brauchst, kann dir über Cedric hier geholfen werden. Während der Ausbildung ist er in der Berufsschule und im Unternehmen. In den ersten drei Monaten hat Cedric die Hardware-Abteilung kennengelernt. „Hier wird nicht programmiert, sondern der Fokus auf den Kundenservice gelegt. Da habe ich einen Einblick erhalten, wie die Kundschaft mit Geräteproblemen auf uns zukommt. Die werden dort repariert. So habe ich gelernt, wie ein PC aufgebaut ist und was generell wichtig ist, damit ein technisches Gerät funktioniert. Software-Entwicklung war kein Thema. Danach bin ich in die NET-Abteilung gekommen, wo ich an die Programmiersprache C# (C-Sharp) herangeführt wurde. Im Grunde ist es wie eine Fremdsprache, die man lernt und praktisch anwendet.“ Cedric erstellt dabei Diagramme und entwickelt Programme, bis er selbst Kundenprojekte betreuen kann. „Die stetige Entwicklung der Technologien und dass es immer Neues zu lernen gibt, fasziniert mich in meinem Beruf. Das Programm existierte auf Windows Mobile und ich programmiere es jetzt für neue Hardware.“ In der Berufsschule lernt Cedric in Fächern wie Mathe, Informatik und Elektronik wichtige Telekommunikationssysteme und Netzwerke, sowie Softwareentwicklung und Programmiersprachen kennen. IT-Sicherheit gehört auch dazu.

Programmiersprachen wie C# spielen eine große Rolle in Cedrics Arbeitsalltag:

„Aus einer Aneinanderreihung von Algorithmen kann man ein Programm schreiben. Das heißt, logische Anweisungen befolgen und zusammenbringen. Und das Zusammenspiel von vielen Algorithmen stellt am Ende das Programm dar. Das kann man sich wie eine Fremdsprache vorstellen, Vokabeln und Grammatik werden zusammengebracht, um sich verständigen zu können. Alle Programmiersprachen haben ihre besonderen Anwendungsfelder und Eigenheiten. Wenn man einmal die Grundlagen gelernt hat, kann man sich gut in anderen Sprachen zurechtfinden. Klar, dabei spielt die Erfahrung eine große Rolle.“ Nach der Ausbildung möchte er sich auf Software-Entwicklung spezialisieren.

Cedric ist nicht nur ein leidenschaftlicher IT-Experte, sondern auch handwerklich-kreativ unterwegs:

„Mit 15 habe ich meinen Mopedführerschein gemacht und habe da auch viel am Moped rumgeschraubt, aktuell bin ich gerne handwerklich aktiv, habe meine Werkbank und baue Lampenschirme. Diese entwerfe ich am PC und baue sie über einen 3DDrucker. Aus alten Glasflaschen stelle ich Industrielampen her, wie man das jetzt auch in vielen Einrichtungshäusern sieht. In meiner Wohnung habe ich das Laminat verlegt und mit Hilfe einen Schreibtisch gebaut. Alles, was handwerklich anspruchsvoll ist, da bin ich dabei.“

Andererseits habe er dafür dann auch früher Feierabend. „Und zwar zuhause. Wir fahren hier in der Regel nur Tagestouren und sind nicht wie andere mehrere Tage am Stück unterwegs.“ Eine größere Herausforderung als Wetter- und Straßenverhältnisse seien beim Fahren übrigens die anderen Verkehrsteilnehmer. „Mit mehreren Tonnen Gewicht bin ich nicht so wendig und schnell wie ein Kleinwagen, und leider wird oft wenig Rücksicht genommen. Als LKW-Fahrer muss ich immer auch die Sicherheit der anderen im Blick haben. Und viele vergessen, dass wir ja letztlich für sie unterwegs sind, wenn sie schimpfen, weil sie nicht schnell genug an uns vorbeikommen.“

Auf die Frage, was Cedric zukünftigen IT-Auszubildenden empfiehlt, antwortet er:

„Grundlagen in einer der verschiedenen Sprachen, wie Java, C++, Python, C# sind gut, um sich später zu spezialisieren. Die Arbeitsabläufe sind alle sehr ähnlich, und je nach Anwendungsfall entscheidet sich, welche Sprache man spricht und anwenden möchte. Seine Werkzeuge dann anzuwenden, ist der entscheidende Punkt. Man kann sich in alle Sprachen reinarbeiten und am Ende ist die Lernkurve stetig steigend.“ (ba)

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