Wie einkaufen, nur viel größer:

Du schiebst deinen Einkaufswagen durch den Supermarkt und packst hier eine Milch, da zwei Becher Joghurt und dort noch eine Packung Toilettenpapier rein. Das Gleiche macht auch der 24-jährige Julian als Fachkraft für Lagerlogistik im Rewe-Logistikzentrum in Neudietendorf – nur in viel, viel größeren Dimensionen. Hier sind die Regale fast elf Meter hoch, auf der Einkaufsliste steht kistenweise Milch, mehrere hundert Becher Joghurt sowie eine ganze Palette Toilettenpapier und seine Einkaufwagen sind Schnellläufer und Kommissioniergeräte.

Denn Julian packt die Bestellungen nicht für sich selbst, sondern für die Rewe-Märkte zusammen, damit die dann die Waren in den Verkaufsregalen auffüllen können und du dort nicht ins Leere greifst.

Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d)

Worum gehts?

Fachkräfte für Lagerlogistik nehmen Waren an. kontrollieren und lagern sie fachgerecht. Sie stellen Lieferungen und Tourenpläne zusammen und optimieren logistische Prozesse.

Dauer: 3 Jahre

Voraussetzungen:

Sie sind Organisationstalente, die konzentriert arbeiten und auch wenn es mal stressig wird, nicht den Überblick verlieren. Sie interessieren sich für Technik, sind körperlich fit und gern in Bewegung.

Chancen:

Fachkräfte für Lagerlogistik sind überall dort gefragt, wo Waren gelagert oder umgeschlagen werden, in Logistikzentren, in Industriegebieten, im Handel und bei Speditionen. Sie können sich zm Meister weiterbilden, zum Fachwirt oder durch unternehmensinterne Schulungen aufsteigen.

Azubi Julian. Foto: Manuela Müller

Julian hatte vor seiner Ausbildung Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Logistik studiert.

„Das habe ich aber abgebrochen und mich dann mit der Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik noch mehr auf die reine Logistik konzentriert.“ Julian lernt in einem Rewe-Zwischenlager. Hier bestellen alle Märkte in Thüringen ihre Waren für den Verkauf an den Verbraucher. „Wir bekommen die Waren per LKW geliefert – das sind bis zu 150 am Tag. Wir nehmen sie an, lagern sie ein, stellen sie zu den einzelnen Lieferungen zusammen, bereiten sie für den Transport vor und unsere LKW bringen sie dann zu den Märkten.“ Dass Julian bei Rewe mit Lebensmitteln arbeitet, sei für ihn gar nicht so ausschlaggebend gewesen. „Mir war wichtig, dass ich ein Unternehmen mit möglichst vielfältigen Arbeitsbereichen finde, wo es nicht nur ums Kommissionieren, also das Zusammenstellen der Lieferungen geht. 

Das spielt zwar auch hier eine große Rolle, aber wir haben auch den Wareneingang, Warenkontrolle, Warenausgang, Sachbearbeitung, Bestandspflege und Fuhrpark.“ Während der dreijährigen Ausbildung durchläuft Julian alle Abteilungen – bis hin zu einem Einsatz in einem Markt, damit er auch dort die Abläufe kennen lernt. 

Und auch im Lager selbst gibt es verschiedene Arbeitsbereiche:

Trockensortimentlager, Frischelager, Obst & Gemüselager, Fleisch- und Tiefkühllager. „Wobei Azubis noch nicht im Tiefkühllager eingesetzt werden. Hier sind es kälter als minus 20 Grad Celsius. Das ist nicht für jeden was und geht auch nur in richtig dicker Kleidung und speziellen Stiefeln.“ Auch darf nicht gleich jeder Azubi die Maschinen, wie Gabelstapler und Schnellläufer, selbstständig bedienen. „Dafür muss man mindestens 18 Jahre alt sein und die entsprechenden Scheine gemacht haben. Und die sind wichtig, denn die Mengen, die wir hier transportieren, sind ohne Maschinen nicht machbar.“

Körperlich fit sein müsse man trotzdem.

„Die Waren müssen zum Teil von Hand aus beziehungsweise auf die Transportfahrzeuge gepackt werden. Eine Kiste Milch ist da nicht das Problem, aber wenn man das acht Stunden lang macht, wird’s doch auch anstrengend. Andererseits macht das Fahren mit den Maschinen richtig viel Spaß, auch wenn ich immer noch ein bisschen Angst habe, dass mir Dinge umfallen, wenn ich sie in sechs Metern Höhe auf der Gabel habe.“ Passiert sei das aber zum Glück noch nicht.

 

Wie man in so einem großen Lager den Überblick behält?

Dank der EDV. „Zwar weiß man irgendwann auch selbst so ungefähr, wo was steht, aber die genauen Lagerplätze gibt’s auf den jeweiligen Aufträgen, die man sich elektronisch auf das Tablet oder den Monitor der Schnellläufer zieht. Da steht dann auch, wie groß die Lieferung insgesamt ist und ob sie auf Paletten oder Rollis gepackt werden muss.“ Als Fachkraft für Lagerlogistik arbeitet Julian viel für sich allein, trotzdem sieht er sich als Teil eines großen Ganzen. „Die Logistik ist viel komplexer, als die meisten denken. Es gehört so viel rundherum dazu. Nicht nur hier bei uns, sondern überall dort, wo Waren oder auch Menschen und Daten transportiert werden. Ich finde meinen Beruf wichtig, wahnsinnig spannend und abwechslungsreich.“ (mü)

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