Walderhalter

Für die einen ist der Wald ein perfekter Ort für einen Sonntagsspaziergang, für die anderen der schönste Arbeitsplatz, den sie sich vorstellen können, wie für den 22-jährigen Jonas (Foto: Mitte). Er lernt Forstwirt bei Thüringen Forst und tut damit nicht nur was für seine berufliche Zukunft, sondern auch für das Gemeinwohl. „Der Wald hat verschiedene Funktionen. Er ist Erholungsort, ein wichtiges Element im Klimaschutz und liefert Rohstoffe. Wir nutzen dabei aber immer nur so viele, wie auch wieder nachwachsen – das ist die Grundlage der Nachhaltigkeit.“

Forstwirt (m/w/d)

Worum gehts?

Forstwirte legen Kulturflächen an, schützen und pflegen Waldbestände, ernten Holz und übernehmen Aufgaben des Umweltschutzes.

Dauer: 3 Jahre

3 Jahre

Voraussetzungen:

Als Forstwirt sollte man nicht nur gern in der Natur unterwegs sein, sondern sich auch für Pflanzen und Tiere interessieren. Neben körperlicher Fitness sind Belastbarkeit, gutes Reaktionsvermögen und ein guter Orientierungssinn wichtig, ebenso wie technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und umsichtiges Arbeiten.

Chancen:

Forstwirte arbeiten bei staatlichen, kommunalen oder privaten Forstbetrieben. Sie können sich zum Meister weiterbilden, sich selbstständig machen oder ein Studium anschließen.

Foto: WiYou.de

Jonas berichtet von seiner Ausbildung zum Forstwirt

Wann genau Jonas sich für den Beruf Forstwirt entschieden hat, weiß er gar nicht so genau.

„Ich war schon immer sehr naturverbunden, habe Praktika in im Forstberuf gemacht und wusste eigentlich immer, das ist genau das, was ich machen möchte.“ Als Forstwirt kümmert sich Jonas unter anderem um die Begrünung, also das Pflanzen der Bäume, um Pflege und Schutz, Durchforstung und schließlich um die Holzernte.

„Außerdem legen wir Kulturen auf Sturmholzflächen an, schaffen Lebensräume, pflegen Wiesen und Biotope und gestalten Waldränder und Bachläufe.“ Das heißt, Jonas muss sich mit sämtlichen Pflanzen und Tieren im Wald und um den Wald herum auskennen – und auch mit Böden und Blühpflanzen zum Beispiel. „Wie umfangreich das alles ist, hat mich wirklich überrascht. Aber als Naturfan interessiert mich das und das Lernen fallt nicht schwer.“

Gelernt wird die ersten zwei Jahre im Forstlichen Bildungszentrum Gehren.

„Hier gibt es die grundlegende praktische Ausbildung. Dazu gehören sämtliche Maschinenlehrgange.“ Forstwirte arbeiten unter anderem mit Motorsagen und Rückezügen, Seilschleppern und Harvestern. Das sei nicht ohne und ein bisschen technikaffin zu sein, schade nicht. „Andererseits arbeitet man auch noch ganz traditionell mit Spaten, Hacke und den Händen, beim Pflanzen zum Beispiel. Diese Abwechslung gefällt mir besonders.“

Ab dem dritten Jahr werden die Azubis auf die Forstämter aufgeteilt.“ Sie sind dann überall in den Thüringer Wäldern, aber nie allein unterwegs. „Wir gehen immer in einer Rotte los, in der Regel zu dritt. Teamfähigkeit ist sehr wichtig. Aus Sicherheitsgründen, denn gerade die Holzernte ist nicht ungefährlich, und es erleichtert die Arbeit, wenn noch ein paar andere Hände mit anpacken können.

Trotz aller maschineller Hilfen ist die Forstarbeit immer noch körperlich anstrengend. Nach einer Weile wird man da automatisch fit und mit den Kollegen macht es auch noch mehr Spaß. Wir sind inzwischen richtig Freunde geworden.“

Forstwirte sind immer draußen, das ganze Jahr über. 

„Im Winter geht es hauptsachlich um die Holzernte, im Frühjahr bis Herbst um Pflanzung und Pflege. Bei schlechtem Wetter sucht man sich Aufgaben, die man trotzdem erledigen kann.“ Wetterfest müsse man schon sein.

„Die Aufgaben sind so verschieden, aber es gibt eigentlich nichts, was ich gar nicht gern mache.

Die Holzernte genauso wie das Pflanzen. Letzteres sehe ich auch als eine Art Geburtshilfe für den Wald, das ist schon ein schönes Gefühl, dafür zu sorgen, dass der Wald wachst. Außerdem halten wir ihn gesund und leisten damit einen wichtigen Beitrag für das Funktionieren des Ökosystems.“

Jonas ist im letzten der insgesamt drei Ausbildungsjahre und möchte im Anschluss Forstwirtschaft studieren.

„Das stand von Anfang an fest. Ich wollte mir aber erstmal die praktischen Grundlagen aneignen und die Arbeit im Wald richtig kennenlernen, bevor ich mich noch mehr mit der Theorie befasse.“ Nach seinem Studium kann Jonas dann zum Beispiel als Revierförster komplexe planungstechnische und arbeitsorganisatorische Aufgaben übernehmen. „Außerdem konnte ich im Schulungszentrum als Ausbilder arbeiten, das würde mir sicher auch Freude machen.“ (mü)

Foto: adobe.stock.de

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