Heute schon gepflastert?

Denkst du auch gleich an jemanden, der Bagger fährt, oder doch eher an dunkle kilometerlange Schächte mit Abwasser? Kanalsanierungen in Ortschaften werden immer wichtiger. Alles, was mit Zuläufen zu tun hat, sie zu erneuern, Rohre zusammenzuschließen, gehört zum Berufsbild Kanalbauer: Er reißt nicht nur die Straßen auf, er macht sie auch wieder zu, bei Wind und Wetter. Wer dann später auch Bagger fahren kann, hat eine Zusatzqualifikation gemacht. Til erzählt uns von seiner Ausbildung zum Kanalbauer bei der Bauer Bauunternehmen GmbH.

Kanalbauer (m/w/d)

Worum gehts?

Kanalbauer bearbeiten alles, was mit der Kanalisation zu tun hat. Hier steht die Sanierung von Kanälen im Fokus. Du lernst den Hoch­ und Tiefbau kennen, zusätzlich, wie Baugruben und Gräben erstellt sowie Rohre und Schächte eingebaut werden. Asphaltieren und Pflastern gehören auch dazu.

Chancen:

Nach deiner Ausbildung kannst du eine Zusatzqualifikation zum Baumaschinenführer anschließen, oder aber du machst noch eine Weiterbildung zum Vorarbeiter sowie Polier. Du kannst auch Bauingenieurwesen studieren.

Dauer: 3 Jahre

Voraussetzungen:

Gutes Verständnis für Mathe und technische Zeichnungen, damit du später Baupläne lesen kannst. Dunkelheit und Enge stören dich nicht. Kraft brauchst du! Auch, wenn Maschinen dir viele Arbeitsschritte abnehmen, musst du fit sein. Sorgfalt und Teamgeist solltest du auch mitbringen

Foto: Bauer Bauunternehmen GmbH

Über Til und seine Ausbildung

Bevor es in die unterirdische Welt der Kanalisation geht, müssen Rohre freigelegt werden und Ausschachtungen erfolgen.

Ist die Arbeit an einer Straße getan, so wird diese wieder geschlossen und asphaltiert – und dies bei Wind und Wetter, Gestank und Schmutz. Neben der Arbeit im Betrieb besucht Til auch alle drei Wochen die Berufsschule. In der überbetrieblichen Ausbildungsstätte wird Praxiswissen vermittelt und sogleich umgesetzt, beispielsweise lernt man, wie Rundschächte angefertigt werden.

War dir klar, dass die Kanalisation in Deutschland insgesamt rund 1,23 Millionen Kilometer lang ist?

Beim Kanalbauer ist der Name Programm, denn er ist für den Bau und für die Sanierung von Kanälen verantwortlich. Bei seiner Arbeit spielt hochmoderne Technik eine große Rolle – der Kanalbauer bedient nicht nur die verschiedenen Maschinen, sondern führt auch Vermessungen durch. Dabei bleibt die Arbeit mit den Händen nicht aus. Til ist im ersten Lehrjahr. „Ich bin zufällig auf den Beruf des Kanalbauers gestoßen. Dann habe ich zwei Wochen Praktikum gemacht: Da ging es gleich mit auf die Baustelle und eigentlich schon richtig los ­- zuschauen, anpacken und dann war es das: der Beginn meines Traumberufes. Während der Ausbildung lernt man den Hoch­ und Tiefbau kennen, wie Baugruben und Gräben erstellt, Rohre und Schächte eingebaut werden, ebenso Asphaltieren und Pflastern sowie das Mauern von Kanalbauteilen.“

Hier ist nicht nur Können auf Baustellen gefragt, sondern auch in unterirdischen Kanälen. Denn dem Kanalbauer eröffnet sich der Zugang zu einer unterirdischen Welt, die oftmals bereits im 19. Jahrhundert erbaut wurde.

Diese Kanäle müssen heutzutage oft saniert oder den Standards angepasst werden. Es ist wichtig zu wissen, wie mit Hilfe von Lasern und GPS­-Vermessungen Daten festgehalten werden, weiterhin, wie Grundrisse und Lagepläne gelesen und verschiedene Maschinen wie Kleinroboter, Zementmischer und Hydraulikbagger bedient werden. Dabei muss man sich bewusst sein, dass der Großteil der Arbeit in Baugruben stattfindet. „Dieser Beruf ist für alle etwas, die sich für den Tiefbau interessieren. Man darf keine Angst davor haben, wenn man etwas Braunes sieht – das gehört einfach dazu. Wir haben viel mit Kanälen und auch Abwässern zu tun.“

Um Kanalbauer zu werden, solltest du nicht nur gesund und fit, sondern
auch ein Teamplayer sein und eine gute Portion Verantwortungsgefühl haben.

Hier gilt es nicht nur sich selbst zu schützen. Bei Arbeiten im Umgang mit Maschinen und Einzelteilen wie Eckpfosten geht es auch darum, das Team zu schützen. Til hat sich große Ziele gesetzt: „Ich möchte auf jeden Fall meine drei Jahre gut abschließen und Berufserfahrung sammeln und dann kann ich mir vorstellen, als Vorarbeiter eine Weiterbildung zu machen.“ Das und viele weitere Qualifizierungsmöglichkeiten stehen dir offen: die Ausbildung als Baumaschinenführer, um den Bagger auf Baustellen zu bedienen. Du kannst auch als Vorarbeiter oder Polier arbeiten beziehungsweise den Industriemeister zu machen. (ba)

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