Milch im Blut

Na, stehst du gedanklich auch gerade auf einer weitläufigen Wiese mit glücklichen Kühen und bist durstig nach frischer Milch? Joghurt, Käse, Butter, Molke­-Eiweiß für Sportler – mit all diesen Produkten beschäftigt sich der Milchtechnologe. Milch ist ein wahnsinnig vielfältiges Produkt! Milch wird zwar nicht vom Milchtechnologen erzeugt, aber verarbeitet. Das WiYou.de-­Team ist mit Jessica (29 Jahre) ins Gespräch gekommen, die ihre Ausbildung bei DMK Deutsches Milchkontor in Erfurt macht.

Milchtechnologe (m/w/d)

Worum gehts?

Milchtechnologen sind Allrounder in der Molkerei. Dieser erzeugt die Milch nicht, aber ist für die Verarbeitung zuständig. Prozessleittechnik und Prozessüberwachung sind große Bestandteile der Arbeit, Hygiene und Umweltbewusstsein gehört untrennbar auch dazu.

Chancen:

Nach der Ausbildung kannst du Fortbildungen im Molkereiwesen, wie in der Qualitätssicherung oder im Lebensmittelrecht, machen, bis hin zur Meisterprüfung. Ein Studium im Bereich Produktionstechnik oder ein Duales Studium in Lebensmitteltechnologie kannst du auch anstreben.

Dauer: 3 Jahre

Voraussetzungen:

 Mit einem Haupt­- oder Realabschluss kann die Ausbildung beginnen. Mathe und Naturwissenschaften sowie ein grundsätzliches Interesse an der Lebensmittelherstellung solltest du mitbringen.

Foto: DMK

Über Jessica und ihre Ausbildung

365 Tage im Jahr geben Kühe den Landwirten Milch, deswegen sind Milchtechnologen in der Molkerei auch permanent dabei, Milch zu verarbeiten.

„Solange es Kühe gibt, ist unser Berufsfeld gesichert“, schmunzelt Jessica. „Als originale Puffbohne kennt man den Milchkontor in Erfurt, und meine Familie hat auch immer in der Nähe gewohnt. Als dann im Freundeskreis jemand die Ausbildung hier begann, bin ich erst richtig auf den Beruf aufmerksam geworden und habe angefangen, mich mit dem Beruf zu beschäftigen.“

Der Beruf des Milchtechnologen zeichnet sich dadurch aus, dass er durch die maschinelle Verarbeitung eines Lebensmittels technisch orientiert ist.

Als Milchtechnologe bist du Experte im Bereich der Lebensmittel­ und Ernährungswirtschaft. Stell dir vor, es gäbe diesen Industriezweig nicht, dann wären die Regale im Supermarkt sehr überschaubar. In Molkereien oder Käsereien wird Rohmilch von den Höfen angeliefert und dann weiter in Milchprodukte verarbeitet. Zuerst wird die Qualität der Milch geprüft. Hygiene wird dabei großgeschrieben. Ohne deine Schutzkleidung kommst du gar nicht erst in die Nähe des Lebensmittels Milch.

In der Produktion selbst sind Maschinen deine Hilfsmittel, die dir dabei helfen, Produkte wie Käse, Sahne und Magermilch herzustellen. „Wir machen aus einer Sache so viele unterschiedliche Produkte, über H-­Milch, Desserts bis hin zur Babynahrung. Wir erhitzen die Produkte, wir trennen diese aus ihren ursprünglichen Milchbestandteilen. Im ersten Lehrjahr lernt man die Milch von A bis Z kennen: Was ist Milch, was sind die Bestandteile, was kann man daraus weiter herstellen, und natürlich lernen wir die Anlagen, wie beispielsweise den Separator, der die Milchbestandteile auftrennt, oder den Homogenisator kennen“, berichtet Jessica.

Als Milchtechnologe solltest du Interesse an Mathematik und Naturwissenschaften mitbringen und gern im Team arbeiten. Grundsätzliches Interesse an der Lebensmittelherstellung ist eine Voraussetzung. Sind diese Leidenschaften da, sind die Verbraucher am Ende auch zufrieden mit den Produkten.

Schon gewusst?

Aus Milch wird auch der Eiweißgehalt gewonnen, aus dem Joghurt, Quark oder Proteindesserts, wie Kefir, den beispielsweise Sportler besonders viel essen, hergestellt werden. Nach deiner Ausbildung kannst du Weiterbildungen zum Techniker in der Fachrichtung Milchwirtschaft oder die Meisterprüfung anstreben – dann kannst du dich Molkereimeister nennen. Spezialisierungen im Bereich Molkereiwesen oder in der Qualitätssicherung sind ebenfalls möglich.

Wenn es dich davor nochmal an die Universität zieht, kannst du ein Studium im Bereich Produktionstechnik oder ein Duales Studium in Lebensmitteltechnologie anstreben. Reicht dir das aber immer noch nicht, kannst du dich auch bis zur Führungsposition im Betrieb hocharbeiten oder womöglich deinen eigenen Milchverarbeitungsbetrieb gründen. Jessica hat ein klares Ziel vor Augen: „Ich möchte mich zur Prozesstechnikerin weiterbilden, da habe ich viel Verantwortung.“ (ba)

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