Abteilungsallrounder

Die schlafen den ganzen Tag nur, wobei sie ja eigentlich sowieso nur bis Mittag „arbeiten“ … Ja, Witze über die Arbeit im Amt gibt’s einige, Vorurteile auch … Wir wollten aber mal wissen, wie ist es denn nun wirklich ist, wenn man in einem Amt arbeitet, und haben den angehenden Verwaltungsfachangestellten Nils (19) im Landratsamt Saalfeld‐Rudolstadt besucht.

Verwaltungsfachangestellter (M/W/D)

Worum gehts?

Verwaltungsfachangestellte übernehmen Büro- und Verwaltungsarbeiten in Behörden, in verschiedenen Institutionen und Verbänden.

Dauer: 3 Jahre

Voraussetzungen:

Mindestens ein guter bis sehr guter Realschulabschluss, ein gutes Ausdrucksvermögen, Freude am Umgang mit Menschen und an verwaltenden Tätigkeiten und vor allem Interesse an der Arbeit mit Gesetzen sind für diesen Beruf wichtig.

Chancen:

Möglich sind unter anderem berufsbegleitende Weiterbildungen zum Verwaltungsfachwirt oder Verwaltungsbetriebswirt.

Foto: LRA Saalfeld‐Rudolstadt

Nils über seine Arbeit im Amt: 

Entweder ist man der Typ für die Arbeit im Büro – oder eben nicht.

Dass Nils der Typ dafür ist, hatte sich bei einem halbjährigen Praktikum im Landratsamt bestätigt. „Die Arbeit und das Arbeitsumfeld passten einfach. Dass ich dabei im öffentlichen Dienst lande, war mir eigentlich nicht so wichtig, hat aber natürlich Vorteile, zum Beispiel die Arbeit nach Tarif und die Sicherheit des Arbeitsplatzes.“

Vor gut einem Jahr ging’s dann los mit der dreijährigen Ausbildung.

Das Landratsamt ist sehr groß und hat viele verschiedene Bereiche. Als Azubi soll Nils zwar so viele wie möglich kennenlernen, aber auch genug Zeit in jeder Abteilung verbringen, um schon richtig mitarbeiten zu können. „Ich wechsle daher alle drei Monate. Angefangen habe ich in der Abteilung Presse und Kultur. Dort habe ich an der Außendarstellung des Amtes, also an den Social‐ Media‐Kanälen und am Internetauftritt, mitgearbeitet. Das sind nicht die klassischen Aufgaben eines Verwaltungsfachangestellten, es hat aber gerade für den Einstieg viel Spaß gemacht.“ Außerdem war Nils auch schon im Kreistagsbüro. „Da geht es um Kommunalrecht, Beschlüsse, Kreistagsmitglieder – Dinge, die den Landkreis betreffen, in dem ich lebe, das war sehr spannend.“ Auch in der Finanzabteilung war Nils schon. Zurzeit ist er im Personalamt. „Hier habe ich vorrangig mit Angestellten des Amtes zu tun. Ich nehme zum Beispiel Krankmeldungen entgegen, beantworte Anfragen zu Tarifverträgen und führe Personalakten. Hier arbeitet man sehr viel mit anderen Menschen zusammen. Ich bin eher ein zurückhaltender Typ und musste mich erst daran gewöhnen.”

Die Arbeitsgrundlage im Landratsamt sind Gesetze – wie zum Beispiel das Arbeitszeitgesetz. „Auch das ist anfangs gar nicht so leicht. Man muss erstmal den Aufbau und die fachliche Sprache der Texte verstehen.“ Das lernt Nils zwar auch von seinen Kollegen, aber vor allem in der Berufsschule. „Die Theorie ist wirklich anspruchsvoll. Es geht um Verwaltung, Kommunalrecht, Personalrecht, Baurecht – eben alles, mit dem ich auch in der Praxis zu tun habe. Zwar muss ich die Gesetze – es gibt drei wirklich dicke Bücher dazu – nicht in‐ und auswendig lernen, aber sie sind das Handwerkszeug, und ich muss wissen, was wo steht.“

Ein dritter Bestandteil der Ausbildung sind Lehrgänge.

kommen Dozenten aus anderen Verwaltungen und gehen noch mal speziell auf einzelne Bereiche ein, wie zum Beispiel Staatsrecht oder Verwaltungsrecht. „Das ist keine Ausbildung, in der man sich ausruht oder Zeit vertrödelt, man muss schon immer am Ball bleiben.“ Das gilt übrigens auch für die Zeit nach der Ausbildung – schließlich ändern sich Gesetze immer mal wieder. Bis dahin hat Nils aber noch etwas Zeit. Ich habe noch einiges zu lernen, freue mich dabei schon sehr auf die Bereich Bau‐ und Straßenverkehrsamt.

Und was ist nun mit den Vorurteilen, im Amt sei es langweilig und verstaubt?

Das denkt nur, wer noch nicht in einem Amt gearbeitet hat. Es ist ein großer Arbeitgeber mit vielen Angestellten, vielen verschiedenen Aufgaben und immer neuen Herausforderungen – da wird es nicht langweilig. Zumindest nicht, wenn man eher ein Bürotyp ist.“ (mü)

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