Hautsache schön

Wer schön sein will, geht zum Kosmetiker. Und sitzt dann vielleicht bei Asyel auf dem Stuhl. Asyel hat in ihrer Heimat Lehramt studiert und schon zwei Jahre als Lehrerin gearbeitet. Richtig glücklich war sie mit diesem Beruf aber nicht. „Eigentlich war Kosmetikerin immer schon mein Traumberuf, aber eine Ausbildung dazu gibt es in meinem Heimatland nicht. Als ich nach Deutschland kam, dachte ich, ich nutze jetzt die Chance und fange nochmal neu an. Und ich merke, das ist der richtige Beruf für mich.“

kosmetiker (m/w/d)

Worum gehts?

Kosmetiker beraten Kunden zu Körper­ und Schönheitspflege und führen entsprechende Behandlungen durch.

Dauer: 2 Jahre (schulische Ausbildung)

Voraussetzungen:

Wichtig sind Gespür für Ästhetik, Freude im Umgang mit Menschen, Spaß am serviceorientierten Arbeiten, Einfühlungsvermögen, Offenheit, gute Umgangsformen, Interesse an medizinischen Inhalten und an den technischen Behandlungsverfahren sowie die stete Bereitschaft zur Weiterbildung und zum Auf greifen aktueller Trends.

Chancen:

Kosmetiker arbeiten in Kosmetikstudios, Friseursalons, Wellnesshotels oder Clubanlagen in Saunas oder Bädern und in Hautarztpraxen. Sie können sich selbstständig machen, eine Weiterbildung zum Kosmetikermeister machen oder – bei entsprechenden Voraussetzungen – auch ein Studium, beispielsweise im Studienfach Maskenbild, anschließen.

Auszubildende Asyel. Foto: Manuela Müller

Asyel berichtet uns über ihre Ausbildung:

Ihre Ausbildung zur staatlich geprüften Kosmetikerin macht sie an der Freien Berufsbildenden Schule „Adolph Kolping – BFS Kosmetik“ in Erfurt.

 „Im ersten Jahr hat man in der Schule vier Tage Theorie und einen Tag Praxis, im zweiten dann auch zusätzliche Praktikumstage in einem Betrieb.“ Bei Asyel ist das eine Hautarztpraxis. „Da habe ich wirklich Glück gehabt, denn wir arbeiten sehr viel mit modernen Geräten und auf Anordnung des Facharztes. Das ist noch mal ein anderes Niveau.“ So geht es bei Asyel zwar auch ums Schminken und „schön machen“, aber noch viel mehr um die Behandlung der Haut. „Die soll nicht nur schön, sondern auch gesund aussehen. Wir behandeln unter anderem auch Narben, Akne, Pigmentflecken und Rosacea, also die entzündete Haut.“

In der Schule lernt sie die klassischen Behandlungsmethoden wie Reinigen, Peelen, Bedampfen, Masken auftragen, Hautpflege und auch Haarentfernung von Grund auf.

„Im Praktikum habe ich auch viel mit modernen Techniken zu tun, wie Needling, Laser­ und Lichttherapie oder auch mit Botox und Permanent-­Make­up.“ In der Theorie geht es für die angehenden Kosmetiker um Anatomie, Dermatologie, Präparate, Geräte und Verfahren. „Es ist schon relativ viel, aber ich merke, wie wichtig das für die Praxis ist, wenn ich eine Hautkrankheit selbst erkenne und weiß, was bei der Behandlung zu beachten ist“.

Natürlich geht es bei der Kosmetik auch um die Grundlagen des Schminkens.

Ein bisschen Gefühl und Gespür für Ästhetik müsse man schon mitbringen, das meiste lerne man aber durch Erfahrung. „Irgendwann weiß man, welcher Lidstrich am besten passt – und kann die Kunden dann auch entsprechend besser beraten.“

Die ersten praktischen Handgriffe üben die Schüler untereinander. 

„Nicht jeder kann anderen ohne Berührungsängste ins Gesicht fassen. Für mich war das kein Problem. Auch dann bei den Kunden nicht. Schwierig war eher, dass ich anfangs noch etwas unsicher und schüchtern war und dass ich gleich alles perfekt machen wollte – wofür die Zeit aber nicht immer gereicht hat. Inzwischen bin ich durch das Üben aber schon schneller geworden.“ Auf jeden Fall sei es wichtig, offen zu sein und sich auf den Kunden einzulassen. „Jeder ist anders und nicht immer stimmt die Chemie von Anfang an. Aber wenn ich merke, dass sich die Kunden dann spätestens bei der Gesichtsmassage richtig wohlfühlen, macht es auch mich glücklich. Genauso wie zu sehen, dass meine Arbeit etwas bewirkt, wenn sich Akne verbessert oder die Haut einfach besser aussieht beispielsweise.“

Neben der Behandlung gehört auch das Beraten und Verkaufen von Präparaten und Make­up zu Asyels Aufgaben.

„Auch das macht mir Spaß, ebenso wie die Fußpflege, die zur Ausbildung mit dazugehört. Nur dass man dabei oft mit Fußkrankheiten zu tun hat und auf sehr viel achten muss, ist manchmal etwas anstrengend.“ Asyel wird ihre Aus bildung im Sommer beenden. „Ich bin froh, dass ich mich für diesen Weg entschieden hab und möchte unbedingt weiter als Kosmetikerin arbeiten – vielleicht irgendwann mal in meinem eigenen Studio.“ (mü)

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