Weitermachen oder aufhören?

Träumst du auch manchmal davon, mit einer Medaille um den Hals auf einem Podium zu stehen und von Fans für deine sportliche Best-Leistung bejubelt zu werden? Manche träumen nicht nur davon, manche leben es. Doch dafür Schule und Leistungssport unter einen Hut zu bringen, klingt irgendwie stressig. Einer, der es wissen muss, ist Medizinstudent Philipp Marschall, ehemaliger Ski-Langläufer und Schüler des Sportgymnasiums in Oberhof.

Foto: privat

Lies hier Philipps Story!

Philipp, wie bist du zum Ski-Langlauf gekommen?

Mit elf Jahren habe ich wie meine Kumpels im Heimatverein in der thüringischen Rhön mit Ski-Langlauf angefangen. Ich hatte Spaß an der Bewegung und wollte dabei sein. So habe ich meine Leidenschaft für den Wintersport entdeckt. Im Verein bin ich viele Rennen gelaufen. Mit 14 kam dann eine Anfrage, ob ich aufs Sportgymnasium nach Oberhof wechseln möchte. Was ich auch getan habe. Bis zum Abitur bin ich dort ins Internat gegangen.

Schule und Leistungssport unter einen Hut bekommen – war das stressig?

Es war nicht immer einfach, aber absolut machbar. Auch ohne zu viel Stress. Um Leistungssportler zu werden, muss man keine Sportschule besuchen, es hat aber seine Vorteile. Denn der Unterricht ist mit dem Training abgestimmt. Zweimal die Woche hatten wir sieben bis acht  Stunden Schulunterricht und die restlichen Schultage zwei bis drei Stunden. Die verbleibende Zeit wurde zum Trainieren genutzt. Lehrer und Trainer haben sich gut abgestimmt, so dass weder Schule noch Sport zu kurz kamen. Auch den Kontakt zu Familie und Freunden in der Heimat konnte ich immer gut halten. Verpasst hatte ich auch da nichts.

Und im Trainingslager oder zu Wettkämpfen gab es schulfrei?

Schön wär´s gewesen. (lacht) Es wurde zwar versucht, das Reisen vorrangig in die Ferien zu legen, aber Winter ist nur einmal im Jahr. Somit mussten wir auch im Trainingslager oder in Wettkampfphasen Hausaufgaben machen und lernen. Vorteilhaft war, dass wir uns gegenseitig helfen konnten. Die Teamkollegen waren ja gleichzeitig auch die Schulkameraden.

Wie ging es nach dem Abitur weiter?

Nach dem Abschluss steht man erstmal vor der Frage: Weitermachen oder aufhören? Wer mit dem Sport weitermacht, bekommt in Deutschland die Möglichkeit, sich auf eine speziell für Leistungssportler entwickelte Ausbildung bei der Landes- oder Bundespolizei, bei der Bundeswehr oder dem Zoll zu bewerben.

 
Weitermachen oder aufhören – Was hast du gewählt?

Weitermachen. Nach dem Abitur war meine sportliche Leistung einfach top. Entschieden hatte ich mich für eine Ausbildung beim Zoll. Dabei konnte ich mich erstmal komplett auf den Sport konzentrieren und sogar einiges ausprobieren. In den sechs Jahren Leistungssport habe ich in Oberhof und im Allgäu trainiert, bin zwischenzeitlich zum Biathlon, dann aber wieder zurück zum Langlauf gewechselt. Dabei habe ich immer das gemacht, wobei ich Spaß hatte.

 
Wie ging es nach den sechs Jahren weiter?

Mit Mitte 20 habe ich mit dem Leistungssport aufgehört und mich dafür entschieden, die Ausbildung beim Zoll nicht fortzuführen. Stattdessen habe ich einen neuen Weg gewählt und mich für verschiedene Studiengänge beworben. Unter anderem für Medizin, was ich aktuell studiere. Dass ich mich überhaupt für ein Medizinstudium beworben hatte, verdanke ich meinem damaligen Sportarzt. Er hatte mich erst auf den Gedanken gebracht.

 
Welche Tipps hast du für junge Menschen?

Folgt euren Träumen und Wünschen. Egal, wie alt ihr seid, habt keine Angst, noch mal von vorne anzufangen. Lasst euch niemals entmutigen und probiert euch einfach aus. (sb)

 
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