Helfen lernen

Einkaufen, Wäsche waschen, Essen kochen – in der Regel kein allzu großes Problem – wenn die Motivation nicht gerade wieder besseres zu tun hat. Es gibt aber Menschen, die das gar nicht allein können und bei der Bewältigung des Alltags Hilfe brauchen. Genauso wie es Kinder gibt, die in der Schule eine besonders intensive Betreuung benötigen oder Kranke, die gepflegt werden müssen – das ist viel mehr als nur schnell mal zu helfen. Und deshalb braucht man dafür auch eine fachgerechte Ausbildung, wie die zum Sozialassistenten an der Euroakademie in Erfurt, für die sich Elisa und Florian, beide 17, entschieden haben.

Sozialassistent (m/w/d)

Aufgaben

Sozialassistenten arbeiten in der Familien-, Heilerziehungs- und Kinderpflege, wo sie hilfsbedürftige Personen betreuen, unterstützen und fördern.

Dauer: 2 Jahre

Voraussetzungen:

Einfühlungsvermögen, Offenheit und Freude an der Arbeit mit und für Menschen, Sorgfalt und ein hohes Verantwortungsbewusstsein – weniger gern gesehen sind Berührungsängste und Ungeduld.

Chancen:

Die Ausbildung zum Sozialassistenten ist die Grundlage für verschiedene andere soziale Berufe, wie zum Beispiel dem Heilerziehungspfleger, Kinderpfleger oder Erzieher.

Helfen lernen. Foto: didesign – stock.adobe.com

Elisa und Florian berichten uns über ihre Ausbildung:

Die Ausbildung zum Sozialassistenten ist eine zweijährige schulische Ausbildung, mit der man in den Bereichen Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenhilfe und Pflege arbeiten kann.

Für Elisa und Florian, die beide im zweiten Jahr sind, stehen daher Fächer wie Ernährungslehre, Hauswirtschaft, Gesundheitslehre, Erziehungslehre, Kunst- und Werkerziehung, Fest- und Feiergestaltung und auch Datenverarbeitung auf dem Stundenplan.

„Viele unterschätzen den Beruf, weil sie nicht sehen, was man dafür alles wissen muss.

Es geht bei Erziehung zum Beispiel um Methoden und deren Anwendung, bei Spielen um Entwicklungspsychologie und bei der Pflege von Menschen auch um medizinische Aspekte“, erklärt Florian. Die Ausbildung zum Sozialassistenten absolviert er als Vorstufe für den Beruf als Erzieher. „Ich habe ein Familienmitglied mit einer Behinderung. Ich finde die Arbeit in diesem Bereich wichtig und schön und möchte später gern dort arbeiten.“ Auch Elisa wollte gern einen sozialen Beruf erlernen, wusste aber erst einmal nicht, welcher für sie der richtige sein könnte. „Mit dem Sozialassistenten bekommt man einen Einblick in viele Bereiche und kann gucken, was einem am besten gefällt. Ich weiß inzwischen, dass ich später mit Kindern arbeiten will und werde wie Florian die Ausbildung zum Erzieher anschließen.“

Damit die beiden dafür nicht nur theoretisch fit sind, gehört zur Ausbildung auch der fachpraktische Unterricht, für den es eine Küche und einen Hauswirtschaftsraum mit Pflegepuppe und Pflegebett gibt.

„Da lernen wir ganz alltägliche Dinge wie Kochen, Nähen und Bügeln, aber auch das Umbetten von Kranken, Blutzucker messen oder wie man einem anderen Menschen bei der Körperpflege assistiert.“

Außerdem finden in beiden Schuljahren mehrwöchige Praktika statt.

„Man kann sich selbst aussuchen, wo man das Praktikum machen möchte. Ich war in einer Grundschule, wo ich im Unterricht den Lehrer unterstützt und am Nachmittag bei der Betreuung der Kinder mitgeholfen habe,“ erzählt Elisa. Florian hatte seinen ersten praktischen Einsatz in einer Behinderteneinrichtung für Kinder und Jugendliche. „Ich habe zum Beispiel im Unterricht mitgemacht und das war super. Die Kinder sind so begeisterungsfähig, freuen sich über jede gelöste Aufgabe – allerdings ist das auch nicht was für jeden. Man geht anders miteinander um, darf keine Berührungsängste haben und muss sehr viel Geduld mitbringen.“

Die sozialen Kompetenzen sind neben der fachlichen Ausbildung das A und O der sozialen Berufe.

„Man muss offen sein für Neues und vieles ausprobieren – auch während der Ausbildung. Wir haben zum Beispiel in der Bahnhofsvorhalle Twister gespielt oder uns mit verbundenen Augen durch die Stadt führen lassen. Das klingt erstmal komisch, hilft aber dabei, sich in andere hineinzuversetzen, mal die Perspektive zu wechseln und bringt einen neben der fachlichen auch in der persönlichen Entwicklung voran“, sagt Elisa. Für sie und Florian stehen im Frühjahr die Abschlussprüfungen an. Als Staatlich anerkannte Sozialassistenten werden sie dann für die Ausbildung zum Erzieher weitere drei Jahre an der Euroakademie bleiben. (mü)

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