Industriemechaniker und Feuerwehrmann

Worum gehts?

„Die innere Leidenschaft, die einen antreibt, ist der Motivationsfaktor, um Ausbildung und Ehrenamt unter einen Hut zu bekommen“, schwärmt der 17jährige Noah, der sich seit Kindestagen bei der Freiwilligen Feuerwehr engagiert. Heute ist Noah ein Truppmann bei der Feuerwehr und hat gerade seine Ausbildung zum Industriemechaniker begonnen. Noah schafft es, seine Ausbildung und sein Hobby gleichwertig zu händeln – wie er das schafft, erzählt er nun.

Mich hat die Feuerwehr schon immer fasziniert. Die 20 Leute sind meine zweite Familie, die ich alle zu schätzen weiß, und wir kümmern uns auch alle umeinander. In der Freiwilligen Feuerwehr sind auch meine Mutter, meine Tante und mein Onkel und eine meiner Cousinen. Wir sind auch sehr stolz auf unsere vier Feuerwehrfrauen. Ich weiß, der Gedanke, wenn wir Feuerwehrleute untereinander auf uns aufpassen können, stärkt uns das als Team, anderen zu helfen.

Wie händelst du Ausbildung und Ehrenamt?

Ich fokussiere mich in erster Linie auf meine Ausbildung zum Industriemechaniker. Aber ich stehe in meiner Freizeit der Feuerwehr zu 100 Prozent zur Verfügung. Alles lässt sich super zeitlich einplanen: Über Tag meine Ausbildung und ab dem Nachmittag oder frühen Abend und am Wochenende, bin ich ‚berufstätig‘ bei der Feuerwehr.

Foto: Freiwillige Feuerwehr Gera Mitte

Was lernst du bei der Feuerwehr, was dir als Industriemechaniker nützt und auch andersrum?

Die Verbindung aus Ausbildung und Ehrenamt hat viele Vorteile. Beispielsweise das Wissen über die Zusammensetzung von Materialien und Werkstoffen sowie die Teamfähigkeit in der Wehr und auf Arbeit. Meine Fachkenntnisse zu bestimmten Werkzeugen sowie der Umgang mit den elektrischen Geräten wie Säbelsäge und Bohrfräse sind große Stützen bei Hilfeleistungseinsätzen bei der Feuerwehr.

Wie begann die Zeit in der Jugendfeuerwehr?

Am Anfang lernt man die Grundlagen: Wie ziehe ich meine Arbeitskleidung richtig an, welche Fahrzeuge sind für welchen Einsatz wichtig, worauf sollte ich achten, wenn ich etwas löschen möchte. Wir sind zu dritt von der Jugendfeuerwehr zu Truppmännern aufgestiegen.

Was sind deine Aufgaben?

Wenn wir nicht gerade praktisch vor Ort sind oder in der Wache praktische Übungen durchführen, haben wir viele Weiterbildungen, zum Beispiel zum Thema Atemschutz. Darüber hinaus lerne ich auch, wie spezielle Gerätschaften, Strahlrohre und Pumpen zu bedienen sind. Schläuche richtig aus und wieder zusammenrollen sowie Leitern richtig am Haus aufstellen, wenn man am Einsatzort ist – Sicherheitsmaßnahmen sind hier das A und O. Wir prüfen, dass alle Geräte funktionieren, und kontrollieren, dass die Fahr zeuge einsatzbereit sind. Das eine Fahrzeug hat nur Schläuche, ein anderes ist für einen Brandeinsatz ausgestattet und dann gibt es sogenannte Hilfeleistungsfahrzeuge, da muss man die Kategorien unterscheiden, was in dem Moment gebraucht wird. Freitags sind in der Wache unsere praktischen Weiterbildungen.

Was macht das Ehrenamt mit dir?

Ich merke stark, dass ich dieses Hobby neben meiner Ausbildung brauche, weil es mich interessiert und es so viel Spaß macht, dazuzulernen. Man muss hier eine gewisse Bereitschaft zeigen, sich zu engagieren und sich auch mal dreckig zu machen. Man darf da auch keine Angst haben, mal anzupacken. Mitdenken ist wichtig: Da stehen manche an einem abgeknickten Schlauch und wundern sich, dass kein Wasser mehr rauskommt.

Was bedeutet heutzutage Feuerwehr?

Technische Einsätze, Unterstützung bei Verkehrsunfällen, Türöffnungen – das ist aber eher der Einsatz der Berufsfeuerwehr. Wir sind auch dabei, wenn Ölspuren auf der Autobahn zu beseitigen sind, das nennt sich Ersthilfeleistung mit Bindemitteln, damit das Öl nicht ins Abwassersystem fließen oder – noch schlimmer – sich entzünden kann.

Was empfiehlst du anderen jungen Leuten?

Körperliche Fitness, mitdenken, funktionieren bei einem Einsatz. Ich muss blitzschnell reagieren, hier zählt jede Sekunde. Ich wünsche mir mehr Nach wuchs für die Freiwillige Feuerwehr. Es gibt zwar viele, die Interesse haben, aber sich nicht trauen. (ba)

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