Zeugnisse und jetzt? Studieren

Das frisch gedruckte Zeugnis in der Hand und nun geht’s los. Uniseiten wälzen, Beratungsgespräche führen oder zu Informationstagen gehen. Die Infoveranstaltungen an den Thüringer Hochschulen sind in vollem Gange. Für uns ist das ein guter Grund dir das Studium einmal genauer vorzustellen.

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Vielfalt der Hochschullandschaft

Entscheidest du dich für ein Studium, stehen dir zunächst eine große Vielfalt an Studiengängen und Hochschultypen zur Auswahl. In Thüringen kannst du aus über 14 Hochschulen mit verschiedensten Ausrichtungen wählen. Darunter gibt es zum Beispiel Universitäten über Hochschulen bis hin zu Berufsakademien und dualen Hochschulen. Die Typen unterscheiden sich unter anderem in der Ausrichtung, dabei sind die Universitäten eher wissenschaftlich und forschungsorientiert, während Fachhochschulen und duale Hochschulen mehr Gewicht auf das praxisorientierte Lernen legen. Die Anzahl und Ausrichtung der Studiengänge variieren üblicherweise zwischen den Hochschulen.

Freiheiten und Eigeninitiative

Den Ablauf deines Vollzeitstudiums kannst du zu einem großen Teil selbst gestalten. Neben Veranstaltungen, wie Vorlesungen und Seminaren besteht das Studium nämlich aus dem Selbststudium. Je nach Studiengang, Studienmodell und Hochschule ergibt sich hierfür ein unterschiedlicher Umfang und Arbeitsaufwand. Es dient vor allem, dazu Vorlesungen vor- und nachzubereiten sowie eigenständig Themen zu erforschen und dir Wissen zu Fachgebieten anzueignen. Im Selbststudium lernst du außerdem deine Zeit selbst einzuteilen und Eigenverantwortung für deinen Ausbildungsfortschritt zu übernehmen. Dafür sind also viel Eigeninitiative und Motivation gefragt.

Dazwischen bleibt aber meist genügend Freizeit, um das breite Angebot an sonstigen Aktivitäten auf und um den Campus wahrzunehmen. An vielen Hochschulen gibt es Projektarbeitsgruppen, sowie Sportkurse und Sprachkurse und viele Möglichkeiten sich außerhalb des Studiums zu engagieren.

Neben dem theoretischen Wissen werden besonders an Hochschulen Soft-Skills gefördert, wie Gruppen- und Teamarbeit oder das eigenständige Erarbeiten von Referaten und die Umsetzung von Projekten.

Alles eine Sache des Geldes?

Die Freiheiten haben allerdings auch einen Preis: Während des Studiums fallen verschiedene Kosten an. Neben den Studiengebühren, die Studierende jedes Semester an die Universitäten zahlen, werden zum Beispiel Kosten für Miete, Internet, Telefon, Lebensmittel und Lernmaterialien fällig. Im Gegenzug bekommen Studenten aber auch einige Vergünstigungen, beispielsweise für Eintrittspreise in Kultureinrichtungen oder auf Lernmaterialien, Laptops und Schreibprogramme. Ob du als Studierender solche Vergünstigungen du bekommst, hängt häufig von der Hochschule und dem Hochschulstandort ab.

Apropos Kosten: Es gibt verschiedene Möglichkeiten dein Studium zu finanzieren. Zum Beispiel hast du die Möglichkeit BAföG zu beantragen. BAföG wird zum Teil als Zuschuss und zur Hälfte als Darlehen ausgezahlt, wenn du die Voraussetzungen für diese Förderung erfüllst. Das heißt, dass ein Teil des Geldes nach dem Studium zurückgezahlt werden muss, sobald du beruflich Fuß gefasst hast und dir die wirtschaftlichen Mittel zur Verfügung stehen. Um die genauen Ansprüche und Bedingungen für Bafög zu erfahren, können sich Studieninteressierte beim zuständigen BAföG-Amt oder Studierendenwerk des Hochschulstandorts informieren und beraten lassen. Für besondere Anlässe und Engagements, werden manchmal auch Stipendien als Förderung vergeben. In erster Linie sind aber die Eltern oder Erziehungsberechtigten verpflichtet ihre Kinder finanziell zu unterstützen. Auch bei der Festlegung der Unterhaltskosten kommt es auf verschiedene Faktoren an, beispielsweise ob du überhaupt zu Hause ausziehst oder vielleicht dort wohnen bleiben willst.

Karrierechancen und Erfahrungswerte

In erster Linie ist das Studium darauf ausgerichtet ein breites Allgemeinwissen zu vermitteln, dass dich qualifiziert, auch in entfernten Branchen oder einem angrenzenden Feld zu arbeiten. Auch wenn du im Studium vorrangig ein hohes Maß an theoretischem Wissen vermittelt bekommst, steht dir die Möglichkeit offen, Praxiserfahrung zu sammeln. Je nach Studienmodell, Studienrichtung und Hochschule sind in der Studien- und Prüfungsordnung sogar Pflichtpraktika vorgesehen. Aber auch Nebenjobs und freiwillige Praktika während der vorlesungsfreien Zeit sind möglich. Wenn du aber bereits in der Schule merkst, dass du dir Dinge eher durch praktische Anwendung merkst und gerne klare Aufgabenstellungen erfüllst, dann solltest du hinterfragen, ob das duale Studium vielleicht der geeignetere Weg für dich ist.

Anstatt durchgängig zu lernen, kannst du hier die theoretischen Inhalte aus der Hochschule mit der praktischen Umsetzung durch eine Berufsausbildung in einem Unternehmen verbinden. Das hat den Vorteil, dass du berufliche Kompetenzen erlernen kannst und dir die Weichen für Einstiegschancen im späteren Berufsleben stellst. Denn du kommst hier mit großer Wahrscheinlichkeit bereits mit anderen Unternehmen in Kontakt, die potenzielle Arbeitgeber darstellen können.

Ein duales Studium ist zeitlich und inhaltlich oft fest geregelt und das Koordinieren von Praxis- und Theoriephasen erfordert auch viel Motivation, sowie Ausdauer und Belastbarkeit. Dafür erhalten duale Studierende aber in den Meisten Fällen eine Vergütung vom Praxisbetrieb und häufig übernimmt dieser sogar die Studiengebühren.

Möchtest du also ein Studium machen, wo du Geld verdienen und umfangreiche Praxiserfahrungen sammeln kannst, solltest du dich über mögliche duale Studiengänge informieren. Wenn du hingegen etwas freier studieren und deinen Studienalltag eigenständiger gestalten möchtest, dann solltest du dir die Studienmöglichkeiten an verschiedenen Hochschulen und Unis ansehen, vielleicht findest du etwas, das deinen Interessen entspricht. (ib)

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