Beton in Bestform

Sind dir am Jenaer Busbahnhof schon mal die großen Betonbuchstaben B, U und S aufgefallen? Sicher, denn zu übersehen sind sie ja eigentlich nicht. Weniger sichtbar sind dagegen zum Beispiel die Betonrohre, die als Kabelschächte für die Eisenbahn unter der Erde verlegt werden. Was das nun aber beides miteinander zu tun hat? Das weiß der 27-jährige Martin. Denn er macht eine Ausbildung zum Betonfertigteilbauer im Betonwerk Kahla, wo genau diese Betonbuchstaben und Betonrohre, aber auch viele andere Betonbauteile hergestellt werden.

Betonfertigteilbauer (m/w/d)

Aufgaben

Betonfertigteilbauer stellen Betonfertigteile und andere Betonerzeugnisse her und montieren sie.

Dauer: 3 Jahre

Voraussetzungen:

Handwerkliches Geschick im Umgang mit Beton, Holz und Metall, körperliche Fitness, gutes räumliches Vorstellungsvermögen, gutes logisches Denkvermögen, technisches Verständnis

Chancen:

Betonfertigteilbauer können sich weiterbilden, beispielsweise zum Industriemeister in der Betonindustrie oder zum Techniker in der Bautechnik. Auch ist ein Fachhochschulstudium zum Diplom-Bauingenieur möglich.

Beton in Bestform. Foto: Manuela Müller

Martin berichtet uns über seine Ausbildung:

Martin hatte nach der Schule schon eine Ausbildung begonnen, war damit aber nicht so richtig glücklich.

„Ich habe dann beschlossen, nochmal von vorn anzufangen und in Richtung Bau zu gehen.“ Martin bewarb sich für verschiedene Bauberufe und entschied sich nach einem Probearbeiten bei beweka für die Ausbildung zum Betonfertigteilbauer. Wobei, eigentlich heißt das hier jetzt Hochbaufacharbeiter in der Fachrichtung Beton- und Stahlbetonarbeiten. Das hat was mit der Zuteilung der Berufsschulen zu tun und eher organisatorische Gründe. Beide Berufe unterscheiden sich nur in wenigen Bereichen. In der Hauptsache geht es um das Herstellen von Betonwaren wie Rohren, Gehweg platten, Treppenstufen, Gesimsen oder Sonderanfertigungen wie die Buchstaben in Jena und um echte Schwergewichte wie Brückenteile, Eisenbahnüberführungen und Fundamente. Dabei trägt man nicht nur schwer an Material, sondern auch an Verantwortung. Wer unter einer Brücke durchgeht, möchte schließlich nicht, dass sie zusammenbricht, nur weil ein Zug drüberfährt. Deshalb ist es wichtig, dass Martin die Materialen genau kennt und weiß, wie sie verarbeitet werden müssen, um später lange stabil zu bleiben.

Martin muss sich dabei nicht nur mit Beton auskennen, sondern auch mit Holz- und Metallverarbeitung.

„Wir arbeiten mit Formen aus Holz, in die der Beton gegossen wird. Diese Formen bauen bei uns meist die Zimmerer, aber auch ich muss wissen, wie das geht, denn wenn ich die Formen bekomme, muss ich sie gegebenenfalls nochmal auseinanderschrauben, Einbauteile einsetzen, sie wieder zusammenschrauben und den sogenannten Bewehrungskorb – eine Metallkonstruktion – einsetzen.“ Dann wird der Beton gemischt und in die Form gegossen. Um die Luft rauszubekommen, die dann noch im Beton ist und ihn instabil machen würde, wird alles mit der Rüttelfläche oder mit dem Außenrüttler verdichtet.

Dann wartet Martin bis alles ausgehärtet ist, entschalt es, bringt es in die richtige Lage – manche Teile werden nämlich verkehrt herum gefertigt, um eine schöne Sichtfläche zu erreichen – und macht es für den Abtransport fertig. „Bei den größeren Betonteilen reicht dazu die Kraft der eigenen Hände natürlich nicht aus. Da arbeiten wir dann mit Kränen. Trotzdem sollte man diesen Beruf nicht unterschätzen, man muss körperlich fit sein und muss richtig zupacken können.“

Neben der Ausbildung im Unternehmen besucht Martin regelmäßig die Berufsschule in Jena.

„Dort haben wir verschiedene Lernfelder, zum Beispiel zu Schalungsbau, Betonbau, zu den Betonsorten und Dämmungen.“ Später kommt auch noch Bauphysik dazu, genauso wie Fachrechnen und technisches Zeichnen. „Das ist alles ganz gut machbar, nur in Mathe bin ich nicht der Beste. Aber daran arbeite ich.“ Ein weiterer Teil der Ausbildung sind die überbetrieblichen Lehrgänge, wo es unter anderem um Mauerwerks- und Formenbau geht. Nach dem Ende der zweijährigen Ausbildung hat Martin die Möglichkeit, ein drittes Jahr anzuschließen und dann den Abschluss als Beton- und Stahlbetonbauer zu machen. „Man kann sich dann auch als Vorarbeiter qualifizieren oder als Mischmeister auf der Mischanlage. Was für mich infrage kommt, weiß ich jetzt noch nicht. In diesem Beruf hat man den Vorteil, dass man flexibel einsetzbar ist. Gebaut wird schließlich überall und Betonteile werden da auch immer gebraucht.“ (mü)

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