Tetris auf der Ladefläche

Wenn dein Kühlschrank leer ist, gehst du zum Supermarkt, da sind die Kühltheken schließlich immer gut gefüllt. Allerdings auch nur, wenn es dort mit dem Nachschub klappt. Und das wiederum liegt in den Händen–  oder besser den Regallagern und Lkws–der Lebensmittellogistiker wie der Nagel­-Group, wo Fachlageristen wie der 17-­jährige Nico täglich im Einsatz sind, um Waren in Empfang zu nehmen, zu lagern und rechtzeitig wieder auf die Reise zu schicken, damit du sie dann in deinen Einkaufwagen packen kannst.

Fachlagerist (m/w/d)

Aufgaben

Fachlageristen nehmen Waren an, lagern sie fachgerecht, stellen Lieferungen zusammen und bereiten diese für den Versand vor oder leiten sie an die verschiedenen Unternehmensabteilungen weiter.

Dauer: 2 Jahre

Voraussetzungen:

körperliche Fitness, Organisationstalent, Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und Bereitschaft zum Schichtdienst

Chancen:

Fachlageristen werden überall dort gebraucht, wo Waren gelagert oder umgeschlagen werden, zum Beispiel in Logistikzentren, Industriebetrieben, im Handel und bei Speditionen. Nach der Ausbildung kann mit einem Jahr Verlängerung der Berufsab­schluss Fachkraft für Lagerlogistik erlangt werden.

Foto: stock.adobe.com

Fachlagerist als Traumberuf? Für Nico heute ja.

„Dabei war es damals eher ein Zufall. Ich war in der neunten Klasse und wusste nicht so richtig, was ich beruflich mal machen möchte. Auf einer Berufsmesse hab ich dann zum ersten Mal davon gehört. Es klang irgendwie gut und ich dachte, das guck ich mir mal genauer an.“ Nach einem Praktikum beim Logistikunternehmen Nagel Group in Gotha war dann nicht nur Nico überzeugt, sondern auch das Unternehmen. „Man hat mir im Anschluss daran gleich einen Ausbildungsplatz angeboten und so ging es nach dem Schulabschluss vor einem Jahr los in der Logistik. “

Seine Ausbildung zum Fachlageristen dauert insgesamt zwei Jahre,

in denen er für je zwei Wochen im Unternehmen und für eine Woche in der Berufsschule in Gotha ist. „Meine Hauptarbeitsplätze sind das Lager und die Verladerampen. Ich nehme Ware an, sorge dafür, dass sie fachgerecht gelagert wird, stelle Lieferungen zusammen und kümmere mich darum, dass sie dann wieder zur richtigen Zeit auf den richtigen Lkw geladen wird, um europaweit ausgeliefert zu werden.“ Damit in den großen Lagerhallen niemand den Überblick verliert, muss dabei alles ganz genau dokumentiert werden. Das heißt, Nico scannt die Ware, die er annimmt oder ausgibt, schreibt Ladelisten und Verladeprotokolle und steht immer in Kontakt mit der Disposition. „Man arbeitet dabei zwar mit moderner Logistik Software, aber ohne Organisationstalent und Mitdenken geht auch in einem modernen Lager nichts.“

Als Fachlagerist hat man es mit den verschiedensten Waren zu tun.

Ob Elektronikartikel, Sportschuhe oder Baumaterial – das hängt vom jeweiligen Unternehmen ab – die Arbeitsabläufe sind dabei in der Regel zwar gleich, trotzdem gibt es für jede Warengruppe auch Besonderheiten zu beachten. „Wir arbeiten hier mit Lebensmitteln. Da müssen natürlich eine ganze Menge Vorschriften eingehalten werden. Damit die Ware nicht verdirbt, müssen zum Beispiel die Lager ausreichend gekühlt werden. Außerdem darf die Kühlkette auch beim Ein­ oder Ausladen nicht unterbrochen werden und man muss strenge hygienische Richtlinien beachten.“

Das lernt Nico nicht nur in der Praxis, sondern auch in der Berufsschule.

Dort gibt es verschiedene Lernfelder, die sich mit den berufsspezifischen Themen beschäftigen. Wie zum Beispiel Art und Umgang von Gütern, Ladungssicherung, Verkehrswegberechnung und auch welche Umweltschutzmaßnahmen zu beachten sind. „Das ist schon eine Menge zu lernen, aber wenn man sich für die Thematik interessiert und im Unterricht einigermaßen gut aufpasst, kommt man da ohne Probleme mit und schafft einen guten Abschluss.“ Nico möchte im Anschluss an die Ausbildung zum Fachlageristen noch ein Jahr anhängen und den Abschluss als Fachkraft für Lagerlogistik machen. „Man ist dann noch mehr in die logistischen Prozesse im Hintergrund eingebunden, arbeitet zum Beispiel an deren Optimierung mit oder in der Beschaffung von Waren.“

„Die meisten unterschätzen die Arbeit im Lager.

Es gehört viel mehr dazu, als einfach nur Waren durch die Gegend zu fahren und man trägt eine große Verantwortung, nicht nur, wenn man mit verderblichen Waren zu tun hat“, weiß Nico, dem seine Arbeit so viel Spaß macht, dass ihm nichts einfällt, was er daran nicht so schön findet. Natürlich gibt es aber Sachen, die er besonders gern macht. „Stapler fahren zum Beispiel. Oder auch Lkws beladen, das ist wie Tetris, nur größer.“ (mü)

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