Nicht nur Grabsteine…

 

…bearbeitet Sebastian Billhardt während seiner Ausbildung zum Naturwerksteinmechaniker. Die Arbeit ist genauso vielfältig wie die Produktpalette aus Stein. Während der Ausbildung bearbeitet Sebastian bei Traco Deutsche Travertin Werke GmbH in Bad Langensalza die unterschiedlichen Steine nicht nur per Hand, sondern auch maschinell. Hammer und Meißel waren gestern.

Naturwerksteinmechaniker (m/w/d)

Aufgaben:

Anfertigen von Arbeitsplatten, Bodenplatten oder Steinfassaden, Bearbeiten und Reparieren von Naturwerksteinen, Bedienen und Steuern der notwendigen Maschinen, Kontrolle des fertigen Werkstückes.

Dauer: 3 Jahre

Voraussetzungen:

Handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, Genauigkeit, körperliche Fitness und Beobachtungsgenauigkeit.

Chancen:

Weiterbildung zum Techniker in verschiedenen Fachrichtungen oder Industriemeister und anschließendes Studium.

Nicht nur Grabsteine. Foto: industrieblick – adobe.stock.com

Sebastian berichtet uns über seine Ausbildung:

Zu der Ausbildung ist der 21-­jährige Sebastian über eine Anzeige von Traco gekommen.

„Mich hat gleich die Vielfältigkeit des Berufes gereizt. Hier gleicht kein Tag dem anderen, man ist in Bewegung und arbeitet viel im Freien, das gefällt mir sehr an der Ausbildung“, erzählt Sebastian. Er ist jetzt im dritten und letzten Lehrjahr. Während dieser drei Jahre durchläuft er die einzelnen Fachrichtungen des Berufes, um alle Arbeitsbereiche kennenzulernen. „Es sind insgesamt drei Fachrichtungen: die Steinmetztechnik, Maschinenbearbeitungstechnik und die Schleiftechnik.“ Der Natursteinmechaniker beinhaltet mehr, als nur einen Stein zu behauen. Jeder Stein muss anders bearbeitet werden, vom kleinen Pflasterstein bis hin zum großen Werkstück, das lernt Sebastian in seinen drei Jahren Ausbildung.

Naturwerksteinmechaniker fertigen aus Steinrohblöcken Arbeitsplatten, Bodenplatten, Steinfassaden, aber auch Grabmale und Denkmäler.

Diese bearbeiten sie per Hand oder mit computergesteuerten Maschinen. „Einen Arbeitstag zu beschreiben, ist schwer, manchmal fahre ich auf den Friedhof und hole Grabsteine ab, die neu beschriftet werden müssen oder ich schleife kaputte Steine nach.“ In der Fachrichtung Steinmetztechnik lernt Sebastian, Bauelemente, Einrichtungs­ und Ausstattungsobjekte und gestalterische Erzeugnisse aus Naturstein herzustellen. „Die muss ich behauen, schleifen, polieren oder profilieren. Grabmale zum Beispiel bringe ich nicht nur in die richtige Form, sondern haue auch die Schrift ein und versetze ihn auf dem Friedhof“, erklärt er.

Während in der Steinmetztechnik die Werkstücke per Hand bearbeitet werden, so werden diese in der Fachrichtung Maschinenbearbeitungstechnik mithilfe von Maschinen und Anlagen bearbeitet. Hier lernen die Azubis auch das CAD-Zeichnen, also technisches Zeichnen am Computer. „Es ist wichtig, das reine Handwerk zu beherrschen, aber die maschinelle Bearbeitung ist die Zukunft, daher ist es so spannend, dass ich das alles in meiner Ausbildung lerne.“ In der dritten Fachrichtung, der Schleiftechnik, bearbeitet Sebastian Flächen, Kanten, Konturen von Bauteilen. „Dabei veredele ich zum Beispiel Oberflächen wie Küchenarbeitsplatten oder Fassadenecken.“ Im dritten Lehrjahr können die Lehrlinge sich dann für eine Richtung entscheiden oder werden nach Eignung eingesetzt. „Ich arbeite in der Steinmetztechnik, da mir die körperliche Arbeit gefällt.“

 

Wichtig für den Beruf ist neben handwerklichem Geschick auch körperliche Fitness und räumliches Vorstellungsvermögen.
 

„Ich muss auch sehr genau arbeiten können, denn wenn ich den Stein nicht genau in Position bringe, kann er versägt werden und wird dadurch unbrauchbar.“ Kreativität spielt eine genauso große Rolle, da jeden Tag neue Herausforderungen warten. „Ich erschaffe jeden Tag neue schöne Dinge, aber jeder, der sich für die Ausbildung interessiert, sollte auch wissen, dass es staubig ist, man oft in Zwangshaltung arbeitet und nicht nur der Maschine beim Arbeiten zuschaut“, betont Sebastian. Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, sich weiterzubilden. So zum Beispiel zum Industriemeister in der Fachrichtung Naturwerkstein, Techniker der Fachrichtung Steintechnik oder als Gestalter der Fachrichtung Stein. Auch ein Studium der Baustoffingenieurwissenschaft oder Architektur ist möglich. (jg)

 

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