“Geometrie, Zeichnen, Drohnen fliegen”

„Ich war bei Berufsmessen, in einer Zeitschrift stand der Beruf des Geomatikers drin und darüber habe ich den Vermessungstechniker entdeckt. Er ist derjenige, der draußen steht, misst und der die Daten bearbeitet“, so erzählt Johannes. Seine Ausbildung zum Vermessungstechniker absolviert er bei Trigis GeoServices GmbH in Weimar-Legefeld. Was seine Ausbildung beinhaltet und wieso er gerne Drohnen fliegen lässt, erfährst du nun!

Vermessungstechniker (m/w/d)

Dein Fachgebiet ist die Vermessung von Höhen und Längen – ob Landschaften oder Gebäude – du weißt, mit Messgeräten umzugehen. Trigonometrie und Koordinaten umrechnen sind deine täglichen Begleiter. Mit speziellen PC-Programmen bearbeitest du die gesammelten Geodaten in Pläne oder dreidimensionale Modelle um.

Dauer: 3 Jahre

Voraussetzungen:

Du solltest einen PKW-Führerschein besitzen, Interesse an Geografie und Technik haben sowie gerne an der frischen Luft sein, ebenso Büroarbeiten mögen.

Chancen:

Nach deiner Ausbildung kannst du eine Weiterbildung zum Techniker für Vermessungstechnik machen. Mit dem Abi kannst du Studiengänge wie Vermessungstechnik, Vermessungswesen, Geotechnologie oder Kartografie beginnen.

Foto: Aline Bauerfeind

Johannes hat vor Ausbildungsbeginn Praktikumserfahrung in einem Ingenieurbüro sammeln können.

Dieses hat sich auf Höhenmessung spezialisiert. Johannes war aktiv bei Bergbauvermessungen dabei: „Wir haben gemessen, ob sich ein Dorf senkt. Dort habe ich bereits Techniken kennengelernt, die ich während der Ausbildung erweitern und darauf aufbauen konnte.“

Im ersten Lehrjahr sind Vermessungstechniker und Geomatiker gemeinsam an der Berufsschule in einer Klasse und erlernen Grundlagen.

Johannes berichtet über seinen praktischen Teil der Ausbildung: „Wir messen viele Innenräume und werten die Daten aus. Andere Auszubildende meiner Klasse arbeiten in deren Betrieben weniger am PC, da sie andere Aufgaben erhalten, wie vermehrt im Außendienst auf Montage zu sein. Ich bin weniger im Außendienst, bin aber für die praktische Erfahrung dankbar und kann Wissen umsetzen. Ich zeichne am PC und kann Pläne erstellen. Im Moment betreue ich keine eigenen Projekte. Ich mache Zuarbeiten, aber erhalte trotzdem rund um Einblicke, wie Aufträge funktionieren und für mich später ablaufen können.“

Auf die Frage, was Johannes am meisten an seinem Beruf interessiert, sagt er begeistert:

„Die Abwechslung des Berufes finde ich sehr reizvoll. Man kann am PC arbeiten und auch für Projekte auf Montage sein. Mein Unternehmen hat viele Kunden und damit kommen variantenreiche Aufträge auf meinen Tisch. Im Moment arbeite ich an einer Grundschule und messe diese aus. Ich hatte auch schon ein Krankenhaus als Objekt, das vermessen werden musste. Andere Kollegen scannen auch Mietwohnungen, damit im Mietvertrag exakte Maße stehen, andere scannen Kirchen von außen. Mit der Drohne lassen sich anhand von Bildern auch Biogasanlagen vermessen.“

Auch wenn der Vermessungsprozess an sich immer identisch sind, so sind
die Projekte an wechselnden Orten.

Johannes trifft viele Leute und hat Einblick in andere Betriebe, die er sonst nicht erhalten würde. „Meine High lights waren bisher eine Schiffswert und eine Polizeiwache. Als Vermesser ist man derjenige, der auf dem Gelände steht und die anderen Leute ‚stört‘, weil irgendetwas im Weg steht oder man irgendwo durch muss, damit die Auf nah me auch zum Erfolg führt. Der Scanner, arbeitet unabhängig von mir.“

Nach seiner Ausbildung möchte Johannes in Richtung UAV-Befliegung (Drohnen) gehen.

„In dieser Spezialisierung lasse ich die Drohne fliegen und muss mich aber auch mit dem Programm auskennen. Es ist noch eine relativ neue Technik und langsam ist das Bewusstsein dafür da, wofür wir diese beim Vermessen nutzen können. Meine Spezialisierung mit der Drohne verbinde ich gerne mit meinem Hobby der Fotografie. Auf Arbeit mache ich mit der Drohne an die 200 Bilder und das Programm wertet mir diese aus. Aber bei der Fotografie möchte ich genau das eine perfekte Bild erzeugen. Das ist schon spannend. Man achtet auf andere Details, obwohl man die gleiche Tätigkeit ausübt“, schmunzelt Johannes. (ba)

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