Auf Entdeckungsreise gehen

Julia hat an der Universität Erfurt im Bachelor- und Master-Studium Primäre und elementare Bildung studiert. Nach dem zwölfmonatigen Referendariat ist sie nun Grundschullehrerin in Apolda. „Für mich ist dieser Beruf wie eine Gärtnerin zu sein: Ich pflanze Samen, beobachte und helfe ihnen beim Wachsen. Ich helfe den Kindern beim Wachsen und trage dazu bei, dass sie auf die Gesellschaft vorbereitet werden. Ich möchte als Lernbegleiterin fungieren, dass sie schreiben und rechnen lernen sowie ihre Umwelt entdecken und zu verstehen versuchen.“

Primäre und elementare Bildung

Aufgaben:

Als Lehrkraft an der Grundschule bringst du Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren lesen und schreiben bei. Zusätzlich bist du verantwortlich für Elternabende, bildest dich auf Fort- und Weiterbildungen weiter, um immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

Dauer:

regulär 5 Jahre Bachelor- und Masterstudium

Aufbau Studium:

In der Orientierungsphase lernst du die Pädagogik der Kindheit sowie psychologische Grundlagen des Lernens, Lehrens und der kindlichen Entwicklung kennen. In der Qualifizierungsphase baust du auf deinem Grundwissen auf und  vertiefst die Schulfächer Deutsch, Mathe, Sachunterricht. Das Studium schließt du mit der Bachelor- und später Masterarbeit ab.

Voraussetzungen:

Das Wichtigste ist, dass du Empathie für die Kinder besitzt. Zudem brauchst du starke Nerven, um den Druck auszuhalten. Du solltest ein Organisations- und Planungsgenie sein, um neben deiner Unterrichtsplanung gut auf Elternabende vorbereitet zu sein. Schulfächer: Deutsch, Mathe, Sachunterricht

Chancen:

Nach dem Referendariat kannst du als Lehrkraft an Grundschulen arbeiten.

Julia ist aus Leidenschaft Lehrerin. Foto: privat.

Worauf wurdest du im Studium vorbereitet?

Ich habe gelernt, wie ich Ziele der Vermittlung erreichen und wie ich Fragestellungen im Unterricht bewältigen kann. Der Unterricht und meine Sozialkompetenz im Umgang mit Kindern standen im Vordergrund. Da war mir nicht bewusst, dass ich mich während meiner Lehrkraftfunktion mit Datenschutzverordnungen oder Corona-Regeln auseinandersetzen muss. Da ist großes Organisationstalent gefragt.

Was ist das Besondere am Grundschullehrer-Dasein?

Die Bindung zwischen Lehrkraft und Kindern ist stärker als bei älteren Kindern. Grundschulkinder brauchen am Anfang noch mehr Zuwendung, um die Grundlagen zu verstehen und zu verinnerlichen. Einfühlungsvermögen und eine wertschätzende Art sollte man haben, um den Kindern Bildung zu vermitteln. Die Kinder brauchen mehr Unterstützung, eben weil sie noch nicht so selbstständig sind, wie ab Klasse fünf. Es kommt auch immer drauf an, welche Fächer man unterrichtet. Es kommt auch vor, dass man jemanden im Kollegium vertritt, dann muss man umdenken, kreativ sein und spontan reagieren können. Das macht auch eine Lehrkraft aus!

Was bedeutet es für dich, mit jungen Menschen zu arbeiten?

Es ist Teil meiner Aufgaben, den Kindern Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen und zur Selbstständigkeit zu erziehen. Ich sage ihnen nicht grundsätzlich, was sie zu machen haben. Ihnen den Raum zu geben, sich auszuprobieren, sich dann im zweiten Schritt Hilfe von anderen Kindern oder mir zu holen, das ist mir wichtig. Die Selbstständigkeit soll gefördert werden. Die Schule, aber auch der Klassenraum soll eine gute Lernatmosphäre bieten, damit die Kinder gerne in die Schule gehen. Die Kinder sollen lernen selbst nachzudenken, um für sich Lösungswege zu finden.

Was wünschst du dir für zukünftige Schüler?

Wir beobachten, dass die Kinder zu Schulbeginn wenig können, da ihnen viel von den Eltern abgenommen wird. Kinder können Verantwortung übernehmen, wie beispielsweise den Schulweg zu Fuß zu gehen. An dieser Herausforderung
wachsen sie. (ba)

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