Hinter die Kulissen schauen

„Ich habe während meiner Schulzeit Darstellendes Spiel belegt und eine Freundin von mir war bereits im Theaterjugendclub.“ Seit der Spielzeit 2018 ist Kim aktiv bei Improvisationstheater-Spielen dabei. Heute ist sie ein Teil des Theaterjugendclubs und absolviert ihren Bundesfreiwilligendienst (BFD) im Theaterhaus Nordhausen.

Bundesfreiwilligendienst am Theater 

Darum gehts:

Der BFD ist eine freiwillige Tätigkeit in einem gesellschaftlichen Bereich, so ähnlich wie ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), Freiwilliges Kulturelles Jahr (FKJ) oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ). Das Bildungs- und Orientierungsjahr ist geeignet für junge Menschen, die in Bereiche reinschauen wollen, die sie davor eher am Rande wahrgenommen haben.

Du brauchst Inspiration, in welche Bereiche du einsteigen kannst? Dein BFD könnte in Bereichen wie Sport, Jugend- oder Seniorenclubs, Jugend verbänden, in der Schule, Kirchengemeinden, Jugendkulturarbeit, Kunst vereinen, Denkmalpflege oder Initiativen für Umwelt- oder Naturschutz sein.

Dauer:

in der Regel 12 Monate

Foto: Anja Daniela Wagner: „OZ“, Theater Nordhausen, Spielzeit 2018/19, Kim Hahnemann, Lukas Hamann, Anne Sophie Deterding und Jo Loeffen (v.l.)

Für wen ist der Theaterclub Nordhausen gedacht?

Der Jugendclub hat Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die zwischen 14 und 20 Jahre alt sind. Hier sind viele Leute dabei, die an Kunst und Kultur interessiert sind und Spaß am Theater haben.

Was empfiehlst du Jugendlichen, die im Jugendclub anfangen wollen?

Macht es! Egal, wie man vom Charakter gestrickt ist, es gibt einem die Gelegenheit, über sich hinaus zu wachsen und Erfahrungen zu sammeln. Auf der Bühne hat man die Chance, sich zu präsentieren und auch mal in eine andere Rolle zu schlüpfen. Die Theaterspielzeiten haben mit einem vielfältigen Angebot, von Schauspiel, über Musical bis hin zum Tanz immer neue Abenteuer mit sich gebracht. Die verschiedenen Spielleiter und die damit verbundenen Produktionen sind toll, um etwas über sich zu lernen und um zu erfahren, was ein Theaterhaus für einen bereit halten kann.

Wie bist du zum BFD gekommen?

2020 habe ich mein Abi gemacht und wollte dann ein Jahr in Neuseeland umherreisen. Zuallererst wollte ich Lebenserfahrung sammeln und nicht sofort eine Ausbildung machen oder studieren. Ich wollte intensiv in mich gehen und mir die Frage stellen: „Was möchte ich für mich, für meine Zukunft?“. Wegen Corona ging das alles leider nicht. Im Jugendclub habe ich gemerkt, dass Theater meine große Leidenschaft ist. Begonnen beim Schauspiel, bis hin zu den Kulissen. Die Entscheidung zum BFD war für mich die beste Entscheidung. Nicht um einfach irgendetwas zu tun, sondern um etwas zu machen, was mich begeistert und mich weiter bringt.

Wie sieht dein BFD aus?

Ich arbeite im Bereich der Theaterwerkstätten (Malsaal, Kaschierabteilung, Tischlerei) und bin somit für das Helfen beim Bauen und gestalterischen Realisieren der Bühnenbilder zuständig. In der Theaterplastik habe ich so etwa lebensgroße Puppen gebaut. Aber ich habe auch die Gelegenheit, in andere Abteilungen des Theaters zu schauen. Besonders wichtig ist mir, die Gelegenheit zu haben, durch mein BFD-Abschlussprojekt bei einem Stück des Theaterjugendclubs mitzuwirken.

Was ist dein BFD-Abschlussprojekt?

„Die Welle“ ist das Stück, welches ich begleiten und betreuen darf. Hierbei übernehme ich gemeinsam mit dem Werkstattleiter die Leitung für die bauliche und gestalterische Umsetzung der Bühnenausstattung, bei der ich ebenfalls mitwirke. Ebenso darf ich das Bühnenbild mit entwerfen und gestalten. Davor habe ich bereits andere Bühnenbilder mitgestaltet und unter anderem gelernt zu kaschieren, zu filzen und zu schnitzen. Gefilzte Frösche, bezogene Grashügel oder geformte, lebensgroße Puppen traten beispielsweise bei Stücken wie „Die Nachtigall“, „Der Liebestrank“ und „Petruschka“ ins Scheinwerferlicht. (ba)

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