Immer bei Notsituationen im Einsatz

Jede Gemeinde in Deutschland ist verpflichtet, für ihren Brandschutz und die allgemeine Hilfe zu sorgen. Das machen in den meisten Fällen Freiwillige Feuerwehren. Oliver ist, seit er acht Jahre alt ist, in der Freiwilligen Feuerwehr Schmalkalden aktiv.

Schon gewusst?

Drei Fakten über die Feuerwehr

1. Der 04. Mai ist der Gedenk- und Namenstag von Sankt Florian – dem Schutzpatron der Feuerwehr. Übrigens: Dank Sankt Florian wurden Einsatzkräfte der Feuerwehr früher auch „Florians­jünger“ genannt.
2. In Deutschland gibt es laut dem Deutschen Feuerwehrverband 22.167 Frei­willige Feuerwehren und 20.867 Jugendfeuer­wehren (Stand 2019). Hinzu kommen Berufs- und Werkfeuerwehren.
3. Die Notrufnummer 112 kann in ganz Europa gewählt werden. Darüber hinaus erreichst du auch in Indien, Kasachstan und Südafrika unter dieser Nummer die Feuerwehr.

Foto: privat.

„Damals hatten bei uns in der Nachbarschaft immer wieder Häuser ge­brannt und da habe ich mir die Feuerwehren immer angeschaut.

Dadurch bin ich zur Freiwilligen Feuerwehr gekommen“, erinnert sich der 23-Jährige. Zuerst war er in den Bambinogruppen der Jugend­feuerwehr. Dort haben sie alle zwei Wochen für zwei Stunden meist spielerisch verschiedene Sachen gelernt: Gerätekunde, Knoten, Dienst­vorschrift und Orientierungsläufe. Mit 16 Jahren wechselte er aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung. Dort absolvierte er zuerst den Truppmann-Lehrgang. Truppmänner und -frauen sind einem Truppführer unterstellt. Außer­dem nahm er an der Atemschutz­geräteträger-Ausbildung teil und darf, seit er 18 Jahre alt ist, auch diese Ausrüstung tragen.

Oliver ist seiner Heimatstadt Schmal­kalden immer treu geblieben – auch über die Feuerwehr hinaus. 

Seine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger absolvierte er im Elisabeth-Klinikum Schmalkalden und nun ist er im elter­lichen Sanitätshaus Seeber in Schmalkalden tätig. Er habe in der Region bleiben wollen – wegen der Familie, Freunden und auch der Feuerwehr. „In meiner Jugend war die Feuerwehr ein großes Thema. Wir kannten uns alle untereinander.“ Die Freunde aus der Feuerwehr und das Gemeinschaftsgefühl würden ihn auch immer noch motivieren, Teil der Einsatzgruppe zu sein.

„In der Ausbildung und als ich in der Notaufnahme gearbeitet habe, war es mit dem Drei-Schichten System oft nicht so einfach, zu Einsätzen rauszufahren.

Da kam ich vielleicht gerade aus dem Spätdienst und dann ging der Melder. Oder er ging mitten in der Nacht los.“ Viele Arbeitgeber erlauben es ihren Mitarbeitenden, die in der Feuerwehr aktiv sind, während der Arbeitszeit zu Einsätzen zu fahren. „In der Notaufnahme ist das natürlich nicht möglich.“ Jetzt, seit er im Sanitätshaus arbeitet, sei das besser einplanbar. Natürlich rücken Oliver und seine Feuerwehrkollegen mit einem Löschzug aus, wenn es irgendwo brennt. Sie werden jedoch auch bei Verkehrsunfällen, Stürmen, Erste-Hilfe-Maßnahmen und zum Helfen in anderen Notsituationen wie etwa bei einem Hochwasser gerufen.

„Pauschal lässt sich nicht sagen, wie oft wir ausrücken“, berichtet Oliver weiter.

„Mal ist es zehnmal die Woche, mal fünfmal am Tag und dann ist wieder wochenlang nichts oder nur ein bis zwei Sachen. Besonders im Frühling und Herbst rücken wir vermehrt wegen Sturmschäden und Hochwasser aus.“ Da er als Gesundheits- und Krankenpfleger das berufliche Know-how hat, ist Oliver im Einsatz derjenige, der sich um die Erste Hilfe wie zum Beispiel Reanimationen kümmert. Jemand mit Elektriker-Ausbildung übernimmt dann eher Aufgaben in seinem Fachgebiet.

„Wenn man bei der Feuerwehr ist, entwickelt man ein Verantwortungs­bewusstsein für die Gesellschaft und für Notsituationen.

Es sollte einem aber auch bewusst sein, dass man die Feuerwehr immer nach außen präsentiert“, sagt er. Wenn ein Angehöriger einer Feuerwehr Blödsinn mache, falle das immer auch auf die Feuerwehr zurück. (sa)

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