Black Out im Kopf und Druck auf der Brust

Wie du Prüfungsstress verstehst, statt vor ihm wegzulaufen.

 

Fotos: SasinParaksa – adobe.stock

Dein Herz schlägt schneller, die Gedanken rasen, und plötzlich ist da diese Frage: Was, wenn ich komplett versage? Der Moment vor einer Prüfung fühlt sich oft bedrohlich an, wird aber häufig missverstanden.

Zunächst gilt:

Nervosität ist normal. Sie zeigt, dass dir etwas wichtig ist, und kann sogar helfen, fokussierter zu sein. Ernst wird es aber bei echter Prüfungsangst: Sie lähmt dich auch lange vor oder nach der Prüfung, taucht unkontrolliert auf oder führt dazu, dass du Prüfungssituationen gänzlich vermeidest. Spätestens hier solltest du dir Unterstützung holen.

Es muss erst etwas passieren

Viele merken erst, dass etwas nicht stimmt, wenn es knallt. Eine verhauene Klausur oder ein kompletter Motivationsverlust. Laut Annemarie Gose, Studienbegleiterin an der Internationalen Berufsakademie (iba) Erfurt, ist das typisch: „Für viele muss erst ein konkreter Fakt her, damit sie ins Handeln kommen und das eigene Verhalten hinterfragen.“

Bis dahin haben sich oft Denk- und Verhaltensmuster eingeschlichen, die kurzfristig entlasten, aber langfristig blockieren. Typisch sind Sätze wie: „Die Prüfung war unfair“ oder „Ich bin einfach kein Prüfungstyp“. Das mag sich im Moment richtig anfühlen, nimmt dir aber die Möglichkeit, selbst etwas zu verändern.

Jeder Schritt braucht Zeit

Der entscheidende Schritt ist deshalb ein Perspektivwechsel, weg von der Frage: „Warum passiert mir das?“ hin zu „Welchen Anteil habe ich daran?“ Das ist unbequem, gibt dir aber Kontrolle zurück.

Prüfungsstress selbst ist meist nicht Ursache, sondern Resultat, beispielsweise von schlechtem Zeitmanagement, zu hohen Ansprüchen oder ständiger Ablenkung. Diese Faktoren summieren sich und werden meist erst sichtbar, wenn der Druck bereits hoch ist.

Das zu begreifen, ist ein wichtiger erster Schritt. Noch wichtiger ist aber, bereit zu sein, aktiv etwas zu ändern und dann Schritt für Schritt zu handeln, auch, wenn es Zeit braucht. Viele Dinge werden erst im Rückblick klar, aber du kannst jetzt anfangen, bewusster hinzuschauen.

 

Ein paar Methoden können dabei helfen:

  1. Journaling
    Schreib auf, wie du lernst, wann du dich ablenkst, was dich stresst. Klingt simpel, ist aber extrem effektiv. Du erkennst Muster, die dir sonst nicht auffallen.
  2. Progressive Muskelentspannung
    Dabei spannst du gezielt Muskelgruppen an und entspannst sie wieder. Das hilft deinem Körper, Stress aktiv abzubauen.
  3. Atemübungen & Meditation
    Dein Atem ist der schnellste Weg, dein Nervensystem zu beruhigen. Schon wenige Minuten können einen Unterschied machen.
  4. Reden
    Ob mit Freunden, Familie oder einer Beratungsstelle: Probleme laut auszusprechen hilft, sie überhaupt erst zu verstehen.
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