„Du musst funktionieren“

Zwischen Belastung und Sinn in der Pflege.

 

„Man versucht den Bewohnern gegenüber natürlich immer positiv zu sein, auch wenn es schwerfällt.“ Fotos: Privat

Wenn über Pflege gesprochen wird, geht es oft um Respekt und Systemrelevanz. Weniger sichtbar ist, was diese Arbeit mental bedeutet. Fabienne (25), angehende Pflegefachkraft und ehemalige Rettungssanitäterin, kennt beide Seiten: akute Notfälle und den langfristigen Pflegealltag.

Pflege ist mehr als Versorgung. Es geht um Nähe, Verantwortung und darum, Menschen in verletzlichen Momenten zu begleiten. Gerade bei Demenz übernehmen Pflegekräfte oft auch emotionale Rollen. Sie hören zu, beruhigen, geben Halt. Diese Nähe macht den Beruf wertvoll, aber auch belastend. Denn der Alltag in Pflegeeinrichtungen ist durchgetaktet. Pflege, Medikamente und Dokumentation, alles parallel, alles unter Zeitvorgaben. Für echte Zuwendung bleibt oft kaum Raum.

„Wir übernehmen für diese Menschen die Rolle einer Art Familie. Dementsprechend hoch ist auch der Druck, dieser Erwartung gerecht zu werden. Indem wir eben nicht nur die Mindestversorgung gewährleisten, sondern auch mehr Menschliches einbringen, wofür eigentlich keine Zeit vorhanden ist. Und dieser Druck wird nicht weniger.“

Größtenteils undankbar

Auch die äußere Wahrnehmung trägt dazu bei. „Die Arbeit in der Pflege ist größtenteils undankbar, weil sie einfach funktionieren muss. Wenn ich meine Arbeit gut erledige, ist es ruhig. Wenn ich aber Fehler mache, wird das schnell zu einem großen Thema.“

Anders sei jedoch die Wertschätzung seitens der Bewohner. In ruhigen Momenten des Vertrauens sei ein ehrliches „Danke“ der Menschen, um die sich Fabienne jeden Tag kümmert, besonders sinnstiftend.

Krankheit & Tod gehören zum Alltag

Umso schwerer kann der Umgang mit Krankheit, Leid und Tod werden. „Die Leute sterben, wenn sie bei uns sind. Das wissen wir, wenn sie zu uns kommen. Das ist natürlich nicht leicht, aber für mich insofern in Ordnung, wenn ich sie in dieser Phase begleiten kann. Ein Problem habe ich nur, wenn der Tod unangenehm wird, beispielsweise weil sie allein sind oder Schmerzen haben.“

Um das auszuhalten, braucht es Strategien, beispielsweise Gespräche im Team, Austausch im privaten Umfeld und manchmal auch Humor als Ventil.

Trotz all dieser Herausforderungen bleiben viele in diesem Beruf. Nicht, weil er einfach ist, sondern weil er Bedeutung hat.

Fordernd, aber alternativlos

Pflege ist fordernd und oft überlastend, aber eben auch alternativlos. „Ich habe mich für den Beruf entschieden und muss da sein. Ob mit Dankbarkeit oder ohne.“ Wer sich bewusst dafür entscheidet, tut das meist aus Überzeugung. Weil diese Arbeit gebraucht wird und weil sie einen Unterschied macht.

Fabiennes Einblick macht deutlich: Menschen in Pflege und Rettung suchen nicht permanent Beifall. Aber sie brauchen Bedingungen, unter denen Fürsorge nicht zum Dauerstress wird oder im schlimmsten Fall auf der Strecke bleibt.

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