Gerüstbauer (m/w/d)

Als Gerüstbauer bist du auf den Baustellen, bevor es die anderen Gewerke sind und baust Gerüste auf, rüstest sie während der Bauarbeiten um und am Ende wieder ab.

Aus­bildungs­dauer: 3 Jahre

 

Ausbildung: Gerüstbauer

Sie sind ein gutes Team: Azubi Florian und sein Chef Andreas Mörtzsch. Fotos: Sandra Böhm

Gerüstbauer: Mit Sicherheit hoch hinaus

Ohne Gerüste kämen Dachdecker nicht ans Dach, Maler bräuchten unglaublich lange Teleskopstangen und Maurer hätten ein echtes Problem, wenn sie an Brücken arbeiten müssten. Zum Glück gibt es Gerüstbauer.

Einen Arbeitstag, der genauso aussieht wie der davor, sowas gibt es für Florian nicht. Jeden Tag arbeitet er an anderen Baustellen, oftmals sogar an vier bis fünf verschiedenen und auf jede muss er sich neu einstellen. „Es fängt schon damit an, wenn wir früh den Lkw beladen. Bevor wir losfahren, ist es wichtig, dass wir die Gerüste richtig geplant haben, sonst fehlen vielleicht Gerüstteile“, erklärt der 21-Jährige. Als Lehrling im dritten Lehrjahr hat er schon einiges an Erfahrung gesammelt und unzählige Gerüste auf Baustellen mitaufgebaut.

Bewegung statt Büro

Dabei wollte er ursprünglich eigentlich gar nichts in Richtung Handwerk machen, sondern lieber mit Computern. Doch als ein Klassenkamerad ein Praktikum bei einem Gerüstbauer machte, probierte auch Florian das aus. Und dabei blieb es dann auch. Nach wenigen Wochen Praktikum in der Gerüst- und Spezialgerüstbau-Firma von Andreas Mörtzsch in Gera fragte er, ob er nicht hier seine Ausbildung machen könne.

„Ich denke, in einem Bürojob wäre es mir zu langweilig. Als Mensch braucht man Auslastung. Nach meinem ersten Arbeitstag war ich so geschafft, ich bin nur noch ins Bett gefallen“, erinnert er sich. Man gewöhne sich jedoch an die körperliche Arbeit, versichert er.

Ein Job mit Abwechslung

Was Gerüstbauer wie Andreas Mörtzsch und Florian machen, erklärt schon der Name. Sie bauen Gerüste. Aber was einfach und für den Laien nach einer sich immer wiederholenden Aufgabe klingt, ist tatsächlich ein spannender und abwechslungsreicher Job. „Kein Objekt ist gleich. Jedes Gebäude hat seine eigenen architektonischen Herausforderungen“, sagt Andreas Mörtzsch.

An manchen Tagen rüsten sie Einfamilienhäuser für Maleraufgaben ein, dann müssen sie in ihrer Planung einen Schornstein beachten und beim nächsten Einsatz geht es vielleicht um einen Kirchturm, der einige Challenges mit sich bringt. Mörtzsch erinnert sich zum Beispiel an einen Kirchturm, der eine Außenfassade aus Sandstein hatte, sodass sie das Gerüst nicht auf die übliche Art und Weise verankern konnten. Oder als sie in einem Chemnitzer Einkaufszentrum ein Flächengerüst über zwei Rolltreppen bauen mussten, damit Maler dort ihrer Arbeit nachgehen konnten.

Zu beachten sei auch immer, für welches Gewerk sie ihre Gerüste bauen. Deswegen sprechen Gerüstbauer stets mit den Handwerkern ab, wo diese herankommen müssen. Mit dem Wissen entscheiden die Gerüstbauer, wie sie ihr Gerüst konstruieren.

Gerüstbauer

Gerüstbauer müssen genau planen, welche Gerüstbauteile sie für die nächste Baustelle mitnehmen müssen.

Die Angst vor der Höhe verlieren

Für Menschen mit Höhenangst ist der Beruf wahrscheinlich nichts. Jedoch weiß Florian, dass man sich schnell an die Arbeit mehrere Meter über dem Boden gewöhnt. Das erste Mal, als er nicht mehr nur auf der ersten Ebene des Gerüsts stand, hätten ihm auch die Beine gezittert. „Jetzt ist das gar kein Problem mehr“, sagt er. „Es macht für mich keinen Unterschied, ob ich zwei Meter oder 100 Meter über dem Boden stehe.“

Ein Grund dafür ist der Arbeitsschutz. Ohne Helm, Arbeitsschuhe und einen Gurt, der ihn sichert, geht es für keinen Gerüstbauer auf die Baustelle. „Es ist kein gefährlicher Beruf, wenn man sich an die Vorgaben hält“, so Florian. „Wichtig ist aber, dass man immer 110 Prozent gibt! Man muss immer voll da sein. Es ist total wichtig, dass wir uns im Team immer aufeinander verlassen können. Wenn man mal einen schlechten Tag hat, dann ist es wichtig, dass die anderen Bescheid wissen.“

Und im Winter?

Auf Montage muss Florian übrigens nicht. Da sein Ausbildungsbetrieb im Umkreis von Gera und in der Stadt Aufträge annimmt, fahren sie morgens ungefähr eine Stunde zu einer Baustelle, arbeiten dort und kommen abends wieder nach Hause. Es sei auch nicht mehr so, dass Gerüstbauer den Winter über entlassen werden, so Andreas Mörtzsch. Stattdessen glichen sie im Winter die Überstunden vom Sommer aus oder nähmen Weiterbildungen wahr.

Aufgaben in der Ausbildung zum Gerüstbauer

Wie in jeder dualen Ausbildung muss Florian in jedem Lehrjahr zwölf Wochen zur Berufsschule. Da diese in der Nähe von Frankfurt (Main) ist, läuft der Unterricht blockweise ab. In den Lernfeldern des ersten Lehrjahres geht es unter anderem ums Einrichten einer Baustelle oder wie ein Wohnhaus eingerüstet wird. Mit jedem Lehrjahr werden diese Inhalte komplexer und so geht es im zweiten ums Herstellen von Traggerüsten, Einrüsten von Hallendecken und dem Bau eines Hängegerüsts und im Dritten lernen die Auszubildenden unter anderem, wie sie ein Fachwerkhaus einrüsten.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

„Mir gefällt an der Ausbildung am besten, dass wir so eine kleine Firma sind und dadurch alles familiär ist. Da weiß ich, dass wir alle aufeinander zählen können“, sagt Florian. „Außerdem finde ich gut, dass ich jeden Tag an neuen Objekten arbeite und es dadurch dauernd neue Herausforderungen gibt.“

Als Gerüstbauer kann man verschiedene Fortbildungen machen, um sein Wissen und seine Fähigkeiten zu vertiefen: zum geprüften Kolonnenführer, geprüften Gerüstbau-Montageleiter und zum geprüften Gerüstbau-Monteur. Wer sich als Gerüstbauer selbstständig machen möchte, muss übrigens seinen Meister machen. Das ist auch der Plan von Florian. Denn irgendwann soll er die Firma mal übernehmen.

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