Holzbearbeitungsmechaniker (m/w/d)

Als Holzbearbeitungsmechaniker arbeitest du an großen Maschinen, die aus Baumstämmen Schnittholz herstellen oder sie zu Furnierplatten verarbeiten.

Aus­bildungs­dauer: 3 Jahre

 

Ausbildung: Holzbearbeitungsmechaniker

Fotos: Sandra Böhm

Holzbearbeitungsmechaniker: Vom Holzstamm zum Brett

Die Arbeit mit Holz und mit Technik an großen Maschinen wird in keinem anderen Beruf so stark miteinander verbunden wie beim Holzbearbeitungsmechaniker. Was einen sperrigen Namen trägt, verbirgt einen sehr spannenden Beruf.

Melody lernt diesen Beruf gerade im Schnittholzwerk der Firma Pollmeier in Creuzburg. Ursprünglich wollte sie mal Erzieherin werden, doch nach einem Praktikum besann sie sich auf ihre Leidenschaft, anzupacken und mit den Händen zu arbeiten. „Das ist echt cool! Man arbeitet mit Holz, aber auch mit Maschinen. Das fetzt!“, freut sich die 17-Jährige über ihre Berufswahl. Gerade der Technik-Aspekt ihrer Ausbildung gefällt ihr. Schon als sie zu Hause an Autos rumschraubte und mithalf, die Fassade des Hauses mit Holz zu verkleiden, habe sie erkannt, dass ihr solche Arbeiten Spaß machten.

Vom astigen Holzteil zum fertigen Brett

Was machen denn Holzbearbeitungsmechaniker im Schnittholzwerk nun genau? Im Grunde sorgen sie dafür, dass aus einem runden Holzstamm, der mehr oder weniger so bei ihnen im Sägewerk ankommt, wie er im Wald geschlagen wurde, eckige Holzbretter mit geraden Kanten werden. Dafür gibt es verschiedene Sägen und Maschinen. Die lernt Melody während ihrer Ausbildung alle kennen. An der Blockbandsäge sitzt sie zum Beispiel in einer Bedienerkabine und steuert über Joysticks sowie weitere Bedienelemente die Maschine. Am sogenannten Säumer werden die Baumkanten abgesägt. Damit die Bretter einzeln und nicht übereinander gestapelt in den Säumer einfahren, muss Melody hier auch anpacken und die Bretter trennen. In der Fachsprache heißt das vereinzeln. Fachsprache ist auch ein gutes Stichwort, denn statt die Längen der Stämme in Metern anzugeben, rechnet Melody in der Einheit Fuß. Ein acht Fuß langer Stamm ist also 2,44 Meter lang.

Bedienstand

Hier steuert Melody im Bedienstand eine Blockbandsäge.

Säumer

Am Säumer wird kontrolliert, dass die Bretter einzeln in die Säge laufen. Wenn nicht, ist auch mal Muskelkraft gefragt.

Sicherheit im Sägewerk

Früher galt die Arbeit in einem Sägewerk als Knochenjob. Das sei heutzutage nicht mehr so, sagt Melody. Die Technik übernehme viele der schweren Arbeiten. Nichtsdestotrotz muss sie an manchen Maschinen auch mal direkt anpacken und übereinander gelagerte Bretter voneinander trennen. Da ist es klar, dass der Arbeitsschutz eine sehr wichtige Rolle spielt. Ohne Ohrenschützer geht im Sägewerk nichts und ohne Handschuhe fasst Melody kein Holz an. Natürlich sind auch die Sägen mit Schutzmechanismen wie Lichtschranken ausgestattet, sodass die Maschinen sofort stoppen, wenn sich jemand einem bestimmten Bereich nähert. Safety first!

Was lernen Holzbearbeitungsmechaniker-Azubis?

Wie bei jeder dualen Ausbildung gehen die angehenden Holzbearbeitungsmechaniker auch zur Berufsschule. Für Melody ist diese in Gotha. Gerade steckt die 17-Jährige mitten im ersten Lehrjahr, weswegen jetzt die Grundlagen auf dem Plan stehen: Wie ist ein Baum aufgebaut? Wie lagert man Baumstämme, um schadhaften Pilzbefall zu vermeiden? Wie lässt sich Holz auf natürliche Art trocknen? Neben dem Fokus auf den Werkstoff Holz lernen die Auszubildenden hier auch alles Wichtige rund um die Werkzeuge. Denn fertige Holzbearbeitungsmechaniker nehmen kleinere Reparaturen an ihren Maschinen auch selbst vor. Größere Wartungsarbeiten übernehmen die Industriemechaniker.

Auch ein Job für Anpackerinnen

Für die Ausbildung solltest du auf jeden Fall Spaß an Maschinen und Technik haben und gern mit Holz arbeiten wollen. „Du brauchst Willenskraft“, empfiehlt Melody. „Wenn du hier arbeitest, dann musst du es auch wollen und Lust haben mit anzupacken!“ Übrigens ist Melody zwar in der Berufsschule in ihrer Klasse die einzige Frau, doch im Furnierschichtholzwerk am gleichen Standort in Creuzburg lernt auch eine ihrer Freundinnen den Beruf. „Als Frau hier zu arbeiten, ist für mich gar kein Problem“, sagt sie. „Vielleicht haben Mädels Angst davor, hier zu arbeiten, aber die braucht man nicht zu haben.“

Mit der abgeschlossenen Ausbildung ist aber auf keinen Fall Endstation auf dem Karriereweg. Neben zahlreichen internen Weiterbildungen, in denen die Facharbeitenden neue Maschinen kennenlernen, gibt es auch die Industriemeister- und Techniker-Weiterbildungen über die Industrie- und Handelskammer. Wer die absolviert, übernimmt nochmal mehr Verantwortung!

Dein Traumberuf?

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