Revolution im Gitarrenbau? Wie aus Carbonbeton Klang entsteht
Was passiert, wenn Forschung auf Handwerk trifft? Bei Dr. Hengstermann Guitars in Kahla ist genau das der Fall. Hier gibt es selbstgebaute Gitarren aus Carbonbeton, einem Werkstoff, der eher mit Brücken und Gebäuden als mit Musik verbunden wird.
Sieht wie eine gewöhnliche Gitarre aus, ist aber aus Carbonbeton statt aus Holz. Fotos: Chris Sommer-Blumenstein
Schon während seines Maschinenbaustudiums an der TU Dresden kam Martin mit Carbonbeton in Berührung. Dort wurde der innovative Werkstoff erforscht, getestet und weitergedacht. Parallel dazu begleitete ihn eine andere Konstante: der Gitarrenbau. Irgendwann trafen beide Welten aufeinander. „Im Gitarrenbau hat sich seit den 60er Jahren eigentlich nichts verändert. Die Leute kaufen im Grunde die gleichen Instrumente wie damals. Deshalb fand ich es spannend, etwas anderes zu probieren. Und Carbonbeton hat Eigenschaften, die sich für den Gitarrenbau aus meiner Sicht gut eignen.“
Ein langer Weg zum Erfolg
Der Anfang eines spannenden Entstehungsprozesses. Drei Jahre ist es her, dass der 39-Jährige ein Patent für seine Gitarren anmeldete. Dazwischen lagen zahlreiche Experimente, Rückschläge und neue Ansätze. Der Werkstoff stellte ihn vor Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnete er neue Möglichkeiten in Form, Stabilität und Design. „Meine Gitarren wiegen trotz Beton genau so viel wie eine Holzgitarre, sind dafür aber etwas flacher. Und feuerfest, nur für alle Fälle.“
Dennoch erntet Martins Konzept in der Regel erstmal skeptische Blicke. „Die Leute denken, dass die Gitarre schwer sein muss und bestimmt ganz fürchterlich klingt, weil sie aus Beton ist. Wenn sie aber hierherkommen und spielen, ändert sich die Meinung.“
In seinen Designs steckt viel Planung und Arbeit.
„Die Gitarren sehen so aus, wie ich sie selbst schön finde. Ich kann jedes Modell aber nach Wunsch anpassen.“
Der nächste Schritt
Dabei hilft Martin der Ende 2025 eröffnete Laden in Kahla. Kein klassisches Musikgeschäft, sondern eher ein offener Showroom Die Gitarren werden nicht nur ausgestellt, sondern auch gespielt, ausprobiert und diskutiert.
Das Unternehmen betreibt Martin nebenberuflich. Auch das ist Teil seines Prozesses. Zeitmanagement, finanzielle Risiken und die Frage, wie viel Wachstum sinnvoll ist, gehören zum Alltag. Denn klar ist, dass Veränderung nicht reibungslos verläuft. „Es war ein langer Prozess von den ersten Entwürfen, bis ich mit dem Produkt an den Markt gehen konnte. Allein 20.000 € habe ich im Laufe der Zeit schon investiert. Auch jetzt ist es noch ein langer Weg, sich in dieser Branche zu etablieren. Ca. zehn Jahre dauert das, wurde mir gesagt. Aber ich glaube an das Produkt und denke, dass viel Potenzial darin steckt. Und durch den Laden wird die Resonanz auf jeden Fall besser.“
Für die Zukunft hat Martin klare Ziele, ohne alles bis ins Detail festzulegen. Weiterentwickeln statt festfahren, experimentieren statt stehen bleiben. Neue Modelle, neue Klänge, vielleicht neue Wege der Zusammenarbeit. Seine Gitarren sollen keine Einzelanfertigungen bleiben, sondern irgendwann in Serie gehen. Bis dahin braucht es noch viel Finetuning und Vertrauen in die eigene Arbeit.
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