Ein Erfurter Basketball-Youngster auf dem Weg in die USA!

Musa Abra ist 19, Basketballprofi und U-19 Vizeweltmeister. Jetzt steht er an einem Punkt, den viele kennen. Es geht ums Loslassen, ums Weitergehen und darum, sich selbst zu vertrauen, wenn der nächste große Schritt ansteht.

 

Kannst du erkennen, wer von beiden der Profi ist? Fotos: Louise Meier & Pauline Wedemeier

Vom Jugendzimmer auf die große WM-Bühne

Wenn man Musa Abra begegnet, wirkt vieles an ihm gleichzeitig selbstverständlich und außergewöhnlich. Er spielt Basketball auf Profiniveau, steht für die CATL Löwen Erfurt auf dem Feld in der 2. Bundesliga (ProB genannt) und hat 2025 mit der deutschen U-19-Nationalmannschaft die Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft geholt.

Die Weltmeisterschaft war für Musa mehr als nur ein sportliches Highlight. Wochenlang im internationalen Fokus zu stehen, täglich Höchstleistung abzurufen und vor großen Kulissen zu spielen, bringt nicht nur Medaillen, sondern auch neue Perspektiven. Der Turnieralltag zeigte ihm, wie nah Traum und Realität im Leistungssport beieinanderliegen können.

„Das war eine sehr coole Erfahrung, gegen diese Mannschaften und Spieler auf so einem Level zu spielen und zu competen. Eine Erfahrung, die nicht jeder macht und die man auf jeden Fall mitnehmen sollte, wenn sich die Gelegenheit bietet.“

Er lebt seinen Traum vom Profisportler. Der nächste große Schritt? „Mein Ziel ist es auf jeden Fall, ans College in die USA zu wechseln und mich dort weiterzuentwickeln. Das ist natürlich ein großer Schritt, in einem anderen Umfeld zu sein. Man kennt die Coaches nicht, kennt die Teamkameraden nicht, kennt die Stadt nicht. Ich bin aufgeregt, aber ich freue mich auch auf diese Erfahrungen.“

„Trust the Process“ eben. Musa geht seinen Weg und hat Vertrauen in seine Entscheidungen. Auch, wenn nicht immer alles leicht sein wird. 

Basketball als Beruf, statt nur als Hobby

Der Weg zum Profisport ist selten geradlinig. Er beginnt oft früh, mit Talent und Begeisterung, wird aber schnell von Disziplin, Verzicht und harten Entscheidungen geprägt. „Man muss schon auf viel verzichten. Wenn man beispielsweise abends gern lange weggehen und mit Freunden feiern will, kann man das zwar machen, aber das ist vielleicht nicht der beste Weg, um fit zu bleiben und Leistung zu bringen.“

Trainingszeiten kollidieren mit Schule oder Ausbildung, Freizeit wird knapper, Erwartungen steigen. Dazu kommen Verletzungen, Leistungsdruck und die ständige Frage, ob es reicht.  Chancen zeigen sich nicht immer laut. Manchmal sind sie ein zusätzliches Training, ein Spiel vor den richtigen Augen oder der Mut, einen Schritt ins Ungewisse zu wagen. Doch klar ist auch, dass Erfolg nicht über Nacht entsteht, sondern aus vielen kleinen Entscheidungen resultiert, die konsequent in eine Richtung führen.

Dass Musa einmal tatsächlich den Weg zum Profi beschreiten würde, war ihm lange Zeit selbst nicht klar, wie er sagt. 

Musa und WiYou-Redakteur Chris im Interview.

Da hilft auch keine Defense. 

„Natürlich war es immer ein Traum, aber ob das am Ende klappt, war nicht sicher. In den letzten Jahren habe ich aber gemerkt, dass ich wirklich an diesen Punkt kommen kann. Gerade mit Blick auf andere Spieler, mit denen ich bereits zusammengespielt habe, die teilweise den Sprung in die USA geschafft haben. Das zu sehen pusht einen natürlich und lässt mich daran glauben, dass ich es auch schaffen kann.“

Im Tunnel

Die eigene sportliche Leistung jeden Tag aufs Neue abzurufen ist herausfordernd genug. Sie Vor mehreren hundert oder tausend Menschen zu liefern, ist noch einmal etwas völlig anderes. Und das kann einschüchternd sein. Erwartungen von außen, eigene Ansprüche, die Angst vor Fehlern. All das begegnet auch Musa. Doch er hat gelernt, dass Druck nicht verschwindet, sondern gemanagt werden muss. Vorbereitung, Fokus und Vertrauen ins eigene Training helfen dabei, auch in lauten Hallen bei sich zu bleiben.

„Die Fans sind natürlich emotional bei der Sache, gerade, wenn wir eine Losing Streak haben und nicht so viel gewinnen. Da gibt es unter manchen Posts schonmal Kommentare. Nicht unbedingt böse, aber man merkt, dass die Leute unzufrieden mit der Lage sind. Als Spieler sollte man das aber nicht so sehr an sich ranlassen. Und auf dem Spielfeld selbst schaltet man das meistens aus und ist in der Tunnel Vision. Da nimmst du das alles gar nicht richtig wahr.“

Die Saison in der ProB Süd läuft für die Löwen bisher eher durchwachsen (Stand: Januar 2026). „Die Hinrunde lief nicht so gut, wie wir erhofft haben. Als Team sind wir, denke ich, echt stark. Wir müssen aber einen Weg finden, noch mehr zusammenzukommen und in der Rückrunde so viele Spiele wie möglich zu spielen. Denn das Ziel ist es, die Playoffs zu spielen.“

1-on-1: Musa vs. WiYou

Theorie ist das eine, Praxis das andere. Nach dem Gespräch ging es auf dem Court zur Sache, denn ich wollte es mir natürlich nicht nehmen lassen, Musas Fähigkeiten selbst zu testen, sowohl im Eins-gegen-Eins als auch im HORSE (Trickshot Version vom Galgenraten).

Sagen wir so: von uns beiden wird nur einer Profi. Der andere bin ich.

Aber hey, es gibt schlimmeres, als gegen einen Vize-Weltmeister zu verlieren.

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