Medientechnologe Druck (m/w/d)

Als Medientechnologe sorgst du dafür, dass die richtige Farbe auf Papier, Pappe oder Etiketten kommt. Dafür richtest du Maschinen ein, wartest sie und überprüfst den Druckprozess.

Aus­bildungs­dauer: 3 Jahre

 

Medientechnologe Druck

Was wäre ein guter Spieleabend ohne eine Runde Mau-Mau oder Rommé? Viele Karten- und Gesellschaftsspiele werden in Altenburg in der Spielkartenfabrik gedruckt. An den großen Druckmaschinen arbeiten Medientechnologen wie Mika. Fotos: Spielkartenfabrik Altenburg

Medientechnologe Druck: Drucker-Ass

Manchmal gibt es ungewöhnliche Wege, wie ein Schüler seinen Wunschberuf und seinen Ausbildungsplatz findet. Bei Mika war es eine Facharbeit, die ihn in diese Richtung brachte. „Wir haben über Spieleentwicklung geschrieben und dabei bin ich in der Recherche über die Spielkartenfabrik gestolpert“, erinnert sich der 22-Jährige, der 2020 seine Ausbildung beendet hat.

Da er aus dem Altenburger Land kommt und mit 16 Jahren nicht von Freunden und Familie wegziehen wollte, hat er hier sein Ausbildungsunternehmen gefunden und konnte die kurze Strecke zum Betrieb problemlos mit dem Moped fahren. Was es genau mit der Berufsbezeichnung „Medientechnologe Druck“ auf sich hatte, habe er zwar nicht ganz genau gewusst, aber er sei leicht zu begeistern und habe sich einfach in die Ausbildung gestürzt. „Mir war schon klar, dass es nicht um den Vierfarbdrucker von zuhause gehen wird, bei dem ich auf ‚OK‘ drücke oder den Papierstau entferne. Ich arbeite jetzt an einer sehr großen Maschine, die wir zu zweit bedienen, weil es sonst nicht möglich ist. Das war mir vorher nicht so bewusst“, sagt er.

Geschärfte Sinne durch die Ausbildung

Medientechnologen beherrschen eine ganze Bandbreite verschiedener Druck­techniken: Flexo-Druck, Rollen-Offset-Druck und Bogen-Offset-Druck sind nur einige. Mit Letzterem arbeitet Mika in der Spielkartenfabrik. Er richtet die Druckmaschinen ein und bedient sie. Doch damit ist seine Arbeit noch nicht getan: Während des Drucks muss er den Prozess überwachen und ständig die Qualität überprüfen. „Mich begeistert am meisten die hochwertige Qualität unserer Produkte. Wenn wir Pokerkarten drucken und da ist nur eine markierte Stelle drauf, dann ist das gesamte Spiel unbrauchbar“, erklärt der 22-Jährige. „Ich finde das toll. Gleichzeitig ist der hohe Qualitätsanspruch aber auch eine Herausforderung. Wir arbeiten mit termingebundenen Aufträgen. Das macht einem schon Feuer unterm Hintern.“

Medientechnologe Druck

Mach die Welt bunter

Wichtig für den Beruf ist neben dem Spaß bei der Arbeit mit Maschinen ein gutes Farbsehen. „Dafür bekommt man aber mit der Zeit ein Gefühl“, versichert Mika. „Am Anfang hört man bei einem Kundenmuster die Kollegen sagen ‚Da muss Rot raus und mehr Blau rein‘, da es kälter und nicht so warm wirken muss, und man hat es vielleicht selbst noch nicht gesehen. Da fehlt noch die Erfahrung.“ Ist die richtige Farbe einmal eingestellt, heißt das aber nicht, dass sich die Medientechnologen jetzt zurücklehnen können. Damit die Farbe auch nach Tausenden von Drucken noch stimmt, müssen beispielsweise die Gummis der Maschinen gewaschen werden.

Neuer Fokus

Wie überall färbt auch Mikas Beruf ein bisschen auf sein Privatleben ab: „Auf einem Pizzakarton fällt mir zum Beispiel ein Fehler sofort auf und ich weiß, dass wir das besser gemacht hätten. Man achtet einfach mehr auf solche Sachen. Auch beim Spielen mit Karten, die wir produzieren, sehe ich sofort, wenn da etwas nicht so ist, wie es sein sollte.“ 

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