Mittlerer Polizeivollzugsdienst (m/w/d)
Die Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst bereitet dich in Theorie und Praxis auf die Arbeit bei der Polizei vor, von Streifenfahrten und Verkehrskontrollen über Erste Hilfe und Einsatztraining bis hin zu Kriminalitätsbekämpfung.
Ausbildungsdauer: 2 Jahre
Rike trägt mit Stolz die Polizeiuniform. Fotos: Chris Sommer-Blumenstein
Mittlerer Polizeivollzugsdienst: Mit Stolz die Uniform tragen
Die Polizei, dein Freund und Helfer. Auf Rike trifft diese Bezeichnung zu, denn die 18-Jährige trägt die Uniform, um für Recht und Ordnung zu sorgen
Ein weiterer Spruch, der für Rike gilt: Probieren geht über Studieren. „Ich habe in meiner Bekanntschaft ein paar Polizisten und was die mir von ihrem Beruf erzählt haben, klang echt cool. Deshalb bin ich dann mal zu einem Tag der offenen Tür gegangen, habe in der einen oder anderen Polizeidienststelle reingeschnuppert und mich dann schließlich auch für die Ausbildung beworben.“ Als Plan B hätte sie nach der Realschule noch ihr Fachabi machen wollen, hätte sich damit aber anschließend auch wieder bei der Polizei beworben. Zweifel? Fehlanzeige!
Das Eignungsverfahren
Bevor Rike aber in die Ausbildung starten konnte, standen erstmal diverse Tests auf dem Programm, das sogenannte EAV – kurz für Eignungsauswahlverfahren. „Es gab einen Deutschtest, einen Intelligenztest und einen Sporttest, bei dem es um Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Konzentration ging.“
„Wenn man das alles besteht, geht es weiter zu einem Interview, in dem verschiedene Lösungen für Probleme erarbeitet werden sollen. Danach gibt es noch eine ärztliche Untersuchung und wenn die auch positiv ausfällt, kommt man auf die Rangliste.“
Die Rangliste ist ein internes System der Polizei, um das Abschneiden der Bewerber zu beurteilen. Jedes Jahr gibt es, je nach Bundesland, eine begrenzte Anzahl freier Ausbildungsplätze und nur, wer eine entsprechend gute Platzierung erhält, kann einen ergattern. Im Oktober 2025 werden es in Thüringen insgesamt 310 Plätze für den mittleren Dienst sein, wobei es egal ist, ob du den ersten oder 310. Platz belegst, solange du innerhalb dieser Grenze landest.
Pauken für die Prüfungsphase.
Nimmst du auch diese Hürde, geht es am Bildungszentrum der Thüringer Polizei in Meiningen weiter. Dort spielt sich nämlich der Großteil der Ausbildung ab, sowohl im schulischen wie auch praktischen Teil. „Im ersten Lehrjahr hatten wir viel Theorieunterricht zu rechtlichen Grundlagen und unseren verschiedenen Aufgabenbereichen, aber auch viel Sport, schließlich müssen wir fit sein. Im zweiten Jahr geht dann jeder für ein dreimonatiges Praktikum in den Schichtbetrieb einer Dienststelle.“
Good to know: Im Polizeivollzugsdienst bist du viel im Auto unterwegs. Da du die Ausbildung auch schon mit 16 Jahren starten kannst, ist der Führerschein zwar keine Grundvoraussetzung bei der Bewerbung, allerdings musst du spätestens am Ende deiner Ausbildungszeit über eine Fahrerlaubnis verfügen.
Ab in den Streifenwagen
In Rikes Fall bedeutete das den sogenannten Einsatz- und Streifendienst. Die Bandbreite der Aufgaben ist sehr groß, was den Beruf für sie besonders spannend macht. „Das Schöne daran ist, dass du nie weißt, wie sich dein Tag gestaltet. Es kann sein, dass es draußen recht ruhig ist und du den ganzen Tag deine Streife fährst. Es kann aber auch sein, dass du auf Arbeit kommst und direkt losmusst, weil es irgendwo einen Unfall oder ähnliches gab. Man kann nie wirklich planen, wodurch die Arbeit hin und wieder recht anstrengend wird, aber auch sehr spannend ist.“
Recht und Ordnung repräsentieren
Inzwischen ist Rike am Ende ihrer Ausbildung angekommen und blickt auf die vergangenen zwei Jahre zurück. „Die Ausbildung war eine sehr schöne Zeit. Der Beruf bringt viel Verantwortung mit sich, an der ich aber auch gewachsen bin. Es ist mir wichtig, etwas Sinnvolles zu machen und es hat definitiv einen Sinn, dass Gesetze existieren. Wir sind dafür da, dass sie eingehalten werden.“
Und dafür steht Rike auch ein, weshalb sie stolz ist, die Uniform der Polizei zu tragen. „Es ist ein schönes Gefühl, die Uniform zu tragen und den Freistaat auf diese Weise zu vertreten. Man verkörpert darin eine respektvolle Rolle und darauf bin ich auch stolz. In gewisser Weise kann man aber auch den Arbeitsalltag im Spind zurücklassen, wenn man nach dem Dienst nach Hause fährt. Auch wenn es nicht immer leicht ist, das auf der Arbeit Erlebte aus dem Kopf zu kriegen.“