Pharmakant (m/w/d)

Als Pharmakant stellst du Medikamente an großen Anlagen und Maschinen her, zum Beispiel Tabletten, Cremes, Sprays und selbst Zäpfchen.

Aus­bildungs­dauer: 3,5 Jahre

 

Ausbildung: Pharmakant (m/w/d)

Auszubildende zur Pharmakantin Sophia. Fotos: Sandra Böhm

Pharmakant: Die Medikamenten-Mischer

Bei Husten hilft Hustensaft und bei Schnupfen Nasenspray. Aber was ist eigentlich drin in diesen Arzneimitteln und wie werden Tabletten, Pulver und Co. hergestellt? Statt die Packungsbeilage zu lesen, fragen wir Sophia. Sie ist Pharmakantin im dritten Lehrjahr bei der Aeropharm GmbH (Sandoz) in Rudolstadt.

Sophias Interesse an Medikamenten wurde dadurch entfacht, dass sie wissen wollte, welche Grundstoffe in dem Asthma-Spray ihrer Schwester drin sind. „Außerdem mag ich die Arbeit an großen Maschinen und fand Chemie in der Schule gut“, ergänzt sie. „Leider hatten wir im Unterricht nicht so viel praktische Chemie. Aber dafür machen mir jetzt die Kurse im SBG besonders viel Spaß.“

Plazebos zum Üben

Die SBG in Dresden ist die überbetriebliche Bildungseinrichtung, in der die Auszubildenden erfahren, welche pharmazeutischen Verfahren es gibt und wie die verschiedenen Arzneiformen hergestellt werden.

Gestartet wird mit einem Laborgrundkurs, in dem die Azubis lernen, wie pH-Werte gemessen, Lösungen hergestellt und Dichten bestimmt werden. Dort arbeiten die Azubis logischerweise nicht mit echten Medikamenten, sondern mit Plazebos, die keine Wirkstoffe enthalten. Da es aber auch in der echten Produktion ständig zu Tests kommt – den Inprozesskontrollen – müssen die angehenden Pharmakanten all das wissen und umsetzen können. Schließlich muss in jedem Medikament genau das drinstecken, was auf der Packungsbeilage steht.

Pharmakant werden

Was Sophia in der Ausbildung zur Pharmakantin Spaß macht

Der Fokus von Sophias Ausbildungsunternehmen liegt auf der Herstellung von Sprays und Inhalatoren bei Atemwegserkrankungen, aber für ihre vollumfängliche Ausbildung muss sie auch lernen, wie andere Arzneiformen hergestellt werden. Sophia: „Am liebsten mache ich Salben, auch Tabletten mit der kleinen Tablettenpresse herzustellen, macht mir Spaß. Am schwierigsten finde ich hingegen, Zäpfchen herzustellen, weil es nicht so leicht ist, sie so zu gießen, dass sie einheitlich werden.“ Das wird sie aber sicherlich in den nächsten Monaten meistern.

Rein in den Reinraum

Genaues und sauberes Arbeiten ist das A und O in der Pharma-Industrie. Ähnlich wie Apotheker und Ärzte in Kitteln arbeiten, können auch Pharmakanten nicht einfach in ihrer Alltagskleidung die Produktion betreten. Da dort selbst kleinste Verunreinigungen schlimme Folgen haben können, arbeiten sie in Reinräumen. Wer dort Zutritt hat, muss Overalls, Handschuhe und Schuhüberzieher sowie Haarnetz und Mundschutz tragen. Bei bestimmten Anlagen kommt noch eine Schutzbrille hinzu.

Schmuck, künstliche Nägel und Wimpern, Nagellack und Schminke sind dagegen in der Produktion ein No-Go. Zu groß ist die Gefahr, dass etwas abbricht oder zerbröselt und in den Arzneimitteln landet. Schließlich wäre es gefährlich, würde jemand während eines Asthma Anfalls einen Nagellack-Splitter inhalieren. Sophia stört sich nicht an dem Beauty-Verbot: „Da muss man sich morgens nicht so viel überlegen und wenn ich frei habe, kann ich das ja alles tragen. Pflegeprodukte sind erlaubt.“ Auch das Anziehen der Reinraumkleidung ist für sie längst Routine und dauert nur noch wenige Minuten.

Back to school

Neben der SBG ist auch die Berufsschule der Pharmakanten in Radebeul. Der Unterricht findet blockweise statt und einige Fächer wie Deutsch, Mathe und Englisch stehen auch jetzt wieder auf ihrem Stundenplan. Jedoch sind die Inhalte auf den Beruf angepasst, so lernen sie die englischen Fachbezeichnungen chemischer Stoffe auswendig, statt Gedichte erörtern zu müssen. Darüber hinaus nehmen theoretische Anlagentechnik, Chemie-Grundlagen und -Vertiefungen, Mikrobiologie und die Herstellung flüssiger, fester und halbfester Arzneimittel einen wichtigen und großen Punkt der Berufsschule ein.

Positive Nebeneffekte

Auf Sophias pharmazeutisches Wissen kann nun auch ihre Familie zurückgreifen. „Manchmal sagt meine Familie sowas wie: ‚Jetzt haben wir hier doch eine Apothekerin.‘ Das muss ich dann korrigieren, denn ich bin Pharmakantin. Aber meiner Familie kann ich trotzdem Tipps geben, denn ich habe definitiv mehr Ahnung als vorher. Im Kurs zum Qualitätsmanagement haben wir zum Beispiel intensiv behandelt, was man wie dosieren muss, um es weder zu überdosieren noch zu unterdosieren“, erklärt die 18-jährige Saalfelderin. „Wenn meine Mama Tabletten verschrieben bekommt, schaue ich jetzt schon automatisch, was da drin ist. Ich will ja wissen, was sie einnimmt.“

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