Große Serie mit kleinem Budget 

Jonathan Schörnig (34) und Susann Altmann (26) studieren an der Bauhaus Uni Weimar Medienkunst und Mediengestaltung. Sie stecken gerade mitten in der Fertigstellung einer Serie: „Cure for Loneliness“.

 

Jonathan und Susann. Foto: Kristin Franke

„A Cure for Loneliness“

Das heißt wörtlich übersetzt „Eine Heilung für Einsamkeit“. In jeder Folge trifft eine andere Hauptfigur auf eine KI und jede Person ist aus einem anderen Grund einsam. Zum Beispiel ein Pfarrer, der seine Gemeinde nicht verlieren will, oder eine 11-jährige Schülerin, die ihre Periode bekommt und niemanden hat, mit dem sie darüber sprechen kann.  

Die KI ist dabei jedoch keine böse Maschine, sondern ein Wesen, das nur existiert, wenn Menschen mit ihr sprechen. „Wir wollten KI nicht als das Böse sehen“, erklärt Susann. „Sondern zeigen, dass der Mensch oft selbst für den Verlauf seiner Geschichte verantwortlich ist.“ 

Alles begann 2023 an der Uni. Die Dozentin Polina Horošina schrieb einen Kurs aus, in dem es um KI gehen sollte. Daraus entstanden ein Schreibteam und erste Drehbücher. Am Ende sollten über 50 Personen beteiligt sein, von Schauspielenden, über Kamera, Kostüm, Ton und Catering. 

„Natürlich wird man als Regie schnell als Gesichter des Projektes wahrgenommen, aber es haben so viele Leute mitgewirkt, die auch erwähnt werden müssen. Ohne die wäre das alles nicht möglich gewesen.“ Jonathan ergänzt: „Gute Ideen öffnen Türen, vor allem, wenn man sich traut, um Hilfe zu fragen. Beispielsweise Schauspielende, die bereit waren, ohne Bezahlung an unserem Projekt mitzuwirken, weil es für sie spannend war.“

Qualität made in Thüringen 

Die Serie entstand mit einem Budget von rund 30.000 Euro für insgesamt sechs Episoden. „Für mich als Privatperson ist das mega viel Geld, aber für eine Serienproduktion in dieser Länge ist das echt wenig“, sagt Susann. Immerhin müssen von diesem Budget alle Kosten gedeckt werden, für die Crew und die Ausrüstung.

Doch trotz schmalem Portemonnaie hatten Jonathan, Susann & Co. den Anspruch hoher Qualität. „Wir wollen zeigen, dass man auch in Thüringen, ohne Filmhochschule, coole Projekte umsetzen kann. Man muss nicht nach Berlin, um etwas zu starten“, sagt Susann. 

Von Links: Moritz Petzold, Matthias Lier, Alexandra Sieber, Peter Rauch. Foto: Jonathan Schörnig

Die Resonanz auf die Serie sei gut gewesen, weshalb die nächsten Schritte für beide klar sind. „Wir wollen nun möglichst schnell einen Abnehmer finden, damit die Serie gesehen werden kann“, sagt Jonathan. 

Susann fügt dem hinzu: „Das ist uns wirklich wichtig, denn wenn die Serie niemand sieht, existiert sie im Grunde nicht. Und das wäre schade, bei der ganzen Mühe, die so viele Menschen hineingesteckt haben. Die Leute studieren hier und gehen dann weg, weil sie in Thüringen keine Jobs finden. Dabei geht es eigentlich darum, hier etwas aufzubauen und zu zeigen, dass es junge Menschen gibt, die etwas machen wollen. Man muss sie nur sehen.“

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