Abenteuer Naturwissenschaft

Denkst du jetzt gleich an einen Chemiker, der Formeln wie wild an Tafeln schreibt und einen Tisch voller Reagenzgläser mit Flüssigkeiten zusammenmixt und BOOM ein chemisches Feuerwerk entsteht!? Der chemisch­-technische Assistent arbeitet im Labor mit Bunsenbrenner, Pipette und Mikroskopen, aber nicht nur das! Forschen steht hier im Vordergrund. Du bist derjenige, der Versuche durchführt, sie plant und auswertet. Leonard macht seine Ausbildung zum Chemisch­-Technischen Assistenten am Staatlich Berufsbildenden Schulzentrum (SBSZ) Jena­-Göschwitz.

Chemisch-technischer Assistent (m/w/d)

Worum gehts?

Als CTA forschst und analysierst du Substanzen, untersuchst mit Methoden, wieso und weshalb Stoffe so zusammengesetzt sind wie sie sind, um Antworten auf Fragen zu finden.

Dauer: 2,5 Jahre, 2 Jahre mit Fachhochschulreife

Chancen:

Nach der Ausbildung kannst du in Forschungslaboren an Universitäten oder Instituten anfangen oder, wenn du Abitur hast, auch das Studium in Werkstoffkunde absolvieren.

Voraussetzungen:

Du brauchst mindestens einen Realschulabschluss und gute Noten in den Naturwissenschaften. Bei diesem Beruf solltest du einen scharfen Beobachtungssinn besitzen, analytisch geschickt sein und einen Sinn für Ordnung haben. Spaß an Experimenten und Untersuchungen brauchst du hier besonders.

Foto: Aline Bauerfeind

Wusstest du, dass 1901 Jacobus Henricus van´t Hoff der erste Nobelpreisträger im Bereich Chemie war?

Er untersuchte und erforschte Kohlenstoffatome und deren physikalische Eigenschaften in Abhängigkeit von chemischen Reaktionen. Die Naturwissenschaften sind das A und O im Beruf des Chemisch­-Technischen Assistenten. Als CTA bist du gefragt, wenn es um Forschung und Analyse geht. Leonard ist über den Tag der offenen Tür am SBSZ Jena zur Ausbildung gelangt: „Hier erfuhr ich, dass man ein zweitägiges Schnupper-Praktikum machen kann. Als ich das antrat und viele Fragen stellen konnte, habe ich mich zur Ausbildung entschieden. Chemie fand ich schon immer interessant. Ich mag die Herausforderung der Analytik und das Arbeiten mit Chemikalien.“

Nach der Ausbildung kannst du in Forschungslaboren an Universitäten oder Instituten anfangen.

Mit deinem Abschluss bist du auch qualifiziert für chemische und pharmazeutische Unternehmen. Wenn du die Fachhochschul reife oder das Abitur hast und noch studieren möchtest, kannst du verschiedene Richtungen einschlagen, wie beispielsweise Chemie­ und Umwelttechnik oder Werkstoffkunde. Für Leonard steht klar fest: „Ich möchte erstmal die Fachhochschulreife erwerben, studieren und später in die Analytik gehen, um an der Uni oder einem Institut zu forschen.“

Während deiner Ausbildung wirst du auf den Alltag im Labor vorbereitet.

Deshalb ist dein Wissen in Chemie und Biologie wichtig, denn hier lernst du, wie man Proben analysiert und Substanzen chemisch­-präparativ herstellt. Deine täglichen Begleiter sowie Werkzeuge sind Pipette, Bürette, Maßkolben und das Thermometer. Du bist nicht nur bei den Versuchen mit dabei und führst sie durch, sondern du planst sie. Dabei ist es wichtig, dass du weißt, wie mit den physikalisch­-chemischen Messgeräten umgegangen wird, denn du bist auch Herr über die Geräte. Am Ende eines solchen Versuchs bist du derjenige, der die Auswertung schriftlich festhält – wer könnte das besser als du?

Damit auch während deiner Arbeit nichts schief geht oder auch niemand verletzt wird, bist du für die Sicherung und Schutz an den Geräten verantwortlich. Das bedeutet, du stellst sicher, dass alles funktioniert, sauber ist und vor allem Versuchsergebnisse nicht vertauscht oder verunreinigt werden. Zu deinen Aufgaben gehört auch, dass Chemikalien ordnungsgemäß entsorgt werden – einfach in den Mülleimer schütten, das geht nicht. Während deiner Ausbildung lernst du verantwortungsbewusst Stoffe gemäß des Umwelt­, Arbeit­ und Unfallschutz zu entsorgen. Als CTA hast du es auch mit gefährlichen Substanzen zu tun.

Umso wichtiger, dass du alles darüber weißt, wie du dich während des Umgangs mit diesen Substanzen verhalten musst. „Bevor ich ins Labor gehe, ziehe ich meinen Laborkittel an, setze meine Schutzbrille auf, ziehe Handschuhe an und trage geschlossene Schuhe. Klar, dass kann im Sommer schon mal warm werden“, berichtet Leonard.

Werde die nächste Marie Curie oder ein Jacobus Henricus van´t Hoff – die Türen stehen dir offen! (ba)
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