Brandmeister im Einsatz

Feuer und Wasser sind deine Elemente? Dann mach sie doch wie Thomas zu deinem Beruf. Der 32-jährige aus Scheibe-Alsbach steckt gerade im zweiten Lehrjahr zum Brandmeister und hat sich für eine Karriere bei der Berufsfeuerwehr in Erfurt entschieden. Was dich dabei erwartet, haben wir im Gespräch mit ihm herausgefunden.

Brandmeister (m/w/d)

Worum gehts?

Als Brandmeister löschst du Brände und rettest Leben. Dabei bist du natürlich nicht 24 Stunden im Einsatz. Auf der Wache sorgst du dafür, dass
deine Ausrüstung stets einsatzbereit ist. Du bildest dich ständig weiter, zum Beispiel in Straßenkunde, und bekommst Zeit, dich körperlich fit zu halten.

Dauer: 2 Jahre

Voraussetzungen:

Du brauchst mindestens den Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung, vorzugsweise im Handwerk. Sport und Bewegung sowie das Arbeiten im Team sollten dir Spaß machen. Außerdem solltest du dich vor schwerer Arbeit nicht scheuen und kein Problem damit haben, 24 Stunden einsatzbereit zu sein.

Chancen:

Nach deiner Ausbildung kannst du ein Studium anschließen oder Weiterbildungen besuchen, um später zum Beispiel als Oberbrandmeister oder Brandinspektor zu arbeiten.

Thomas macht eine Ausbildung zum Brandmeister. Foto: privat

Thomas berichtet uns über seine Ausbildung:

Um die Ausbildung zum Beamten im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst (Brandmeister) absolvieren zu können,

brauchst du mindestens den Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung, vorzugsweise im Handwerk. Sobald du bei der Feuerwehr eine Ausbildung beginnst, wirst du nicht mehr als Auszubildender, sondern als Anwärter bezeichnet und durchläufst verschiedene Lehrgänge. Im ersten Halbjahr bekommst du fachbezogene Grundlagen, zum Beispiel zur Schutzausrüstung und zum Handwerkszeug. Danach folgen weitere Lehrgänge, unter anderem zum Rettungssanitäter, Maschinisten und Gruppenführer. Du machst den LKW-Führerschein sowie ein
Praktikum. Die gesamte Ausbildung ist in theoretische und praktische Abschnitte und Lehrgänge unterteilt, die an verschiedenen Ausbildungsstandorten, unter anderem in Bad Köstritz und Meiningen, stattfinden.

Als Brandmeister wirst du unter anderem zu Einsätzen mit Brandmeldeanlagen und Kfz-Unfällen gerufen oder du unterstützt den Rettungsdienst als Tragehelfer.

Manche Einsätze sind außergewöhnlich und können kreatives Geschick erfordern. Thomas hat einen Einsatz begleitet, bei dem die Müll presse
eines Sperrmülltransporters brannte. Die Flammen loderten dabei stark aus den Öffnungen der Presse, sein Einsatztrupp kam mit dem Löschwasser erstmal nicht ran. Deshalb musste der Zugang mit einem schweren Gerät freigelegt und der Sperrmüll mithilfe eines Baggers rausgeholt werden. Danach wurde das Brandgut abgelöscht.

Bereits während der Ausbildung wirst du im 24-Stunden-Dienst eingesetzt.

Das heißt, du verbringst 24 Stunden auf der Wache und musst dauerhaft einsatzbereit sein, danach hast du in der Regel zwei Tage am Stück frei. Vor Schichtbeginn ziehst du erstmal deine Dienstkleidung an und bereitest deine Schutzkleidung griffbereit vor. Danach erfolgt der Schichtwechsel, wo du dich von deinen Kollegen der Vorschicht auf den aktuellen Stand bringen lässt. Nun beginnst du mit der Fahrzeug- und Geräteübernahme für deine Position auf dem Fahrzeug, bereitest deine Ausrüstung vor und prüfst alles auf mögliche Mängel. Nach dem Frühstück geht es mit der Ausbildung weiter. In der Theorie mit Straßenkunde und praktisch mit Gerätetraining oder einer Kurzübung. Am Nachmittag ist dann Zeit für Sport, den du allein oder in der Gruppe machen kannst. Ab ca. 18.00 Uhr beginnt deine Freizeit auf der Wache. Schlafen gehen solltest du dort nicht allzu spät, da du auch nachts einsatzbereit sein musst.

Du kannst dich bei entsprechender Eignung zum Brandoberinspektor weiterbilden, um später in einer höheren Position, zum Beispiel als Zugführer oder Wachabteilungsführer, zu arbeiten.

Wenn du dir das nächste Ziel setzt, musst du eine berufsspezifische Ausbildung an einer Feuerwehrschule und verschiedene Praktika bei anderen Berufsfeuerwehren absolvieren. Dieses wird frühestens nach einer Bewährungszeit von mindestens vier Jahren und entsprechend positiven Beurteilungen möglich.“ Thomas‘ Tipp zur Ausbildung: „Wenn du fit bist, Ausdauer und Kraft hast und dich vor schwerer Arbeit nicht
scheust, dann bist du bei der Feuerwehr genau richtig. Dabei sollte dir bewusst sein, dass du eine hohe Verantwortung trägst und das Arbeiten im Team Voraussetzung ist.“ (sb)

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