Brauchst du ´ne Therapie?

Der menschliche Körper besteht aus mehr als 200 Knochen und über 650 Muskeln. Physiotherapeuten wie Denise lernen nicht nur den Aufbau des Skeletts, sondern auch wie all diese Knochen, Muskeln, Bänder und Sehnen miteinander agieren.

Physiotherapeut (m/w/d)

Worum gehts?

Physiotherapeuten unterstützen Patienten bei der Erhaltung, Wiederherstellung und Verbesserung ihrer Beweglichkeit und anderer körperlicher Funktionen.

Dauer: 3 Jahre

Voraussetzungen:

Physiotherapeuten brauchen Interesse an Sport und Bewegung, Einfühlungsvermögen, gute Kommunikationsfähigkeiten, Verantwortungsbewusstsein und Durchsetzungsvermögen sowie gute Noten in Biologie.

Chancen:

Es gibt durch die vielen verschiedenen Behandlungsverfahren zahlreiche Spezialisierungsmöglichkeiten – auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich.

Denise bei der Arbeit. Foto: privat

Denise berichtet uns über ihre Ausbildung:

Denise (19) absolviert gerade das erste Ausbildungsjahr zur Physiotherapeutin beim Bildungszentrum für medizinische Heilhilfsberufe in Gera.

Während ihrer dreijährigen Ausbildung taucht sie in die unterschiedlichsten Bereiche der Physiotherapie ein. Dazu gehört die Anatomie, Physiologie, Pathologie, Allgemeine und spezielle Krankheitslehre, sozialpädagogische Grundlagen, Hygiene, Erste Hilfe und Verbandstechnik, angewandte Physik und Biomechanik, Psychologie/Pädagogik/Soziologie, Prävention und Rehabilitation, Trainingslehre und Bewegungslehre.

Die Ausbildung beginnt mit überwiegend Schulunterricht. 

„Da braucht es schon ein wenig Geduld, Ehrgeiz und Disziplin! Wer keine Lust zum Lernen hat, der ist hier leider an der falschen Adresse. Klar dürfen wir später auch in ambulante Physiotherapiepraxen oder Krankenhäuser schnuppern, aber erst zum Ende des ersten Schuljahres.

Dann beginnt die Zeit der Praktika, die in der weiteren Ausbildung immer mehr an Bedeutung gewinnt. Bereits im zweiten Ausbildungsjahr sind sie ein fester Bestandteil der Ausbildung, durch die wir die Möglichkeit erhalten, bisher erlerntes Wissen mit praktischen Erfahrungen zu ergänzen. Wir können neue Eindrücke gewinnen, Zusammenhänge erkennen und vielleicht auch ein wenig über uns selbst hinauswachsen.“

Die verschiedenen Methoden, um Patienten optimal bei der Wiederherstellung und Verbesserung ihrer Koordination, Kraft und Beweglichkeit zu unterstützen, sind ebenso Teil der Ausbildung wie auch die Schmerzlinderung.

„Wir erhalten einen Einblick in die unterschiedlichsten Massagetechniken, Bewegungs-­ und Hydrotherapien und lernen verschiedene Therapiehilfsmittel kennen wie z. B. die Wirkung des Schlingentischs. Es ist schon sehr interessant, die einzelnen Zusammenhänge zu erkennen und diese dann im Team mit oder an Mitschülern auszuprobieren. Meine Eltern freuen sich auch gelegentlich über die eine oder andere Massage.“

Was macht einen guten Physiotherapeuten eigentlich aus?

„Ich war selbst einmal in der Situation, physiotherapeutische Behandlungen zu benötigen, daher weiß ich, was ein guter Therapeut leisten kann. Er lindert nicht nur Schmerzen, sondern er gibt auch Kraft, Mut und Zuversicht. Das Wichtigste in unserem Beruf ist, dass unser Gegenüber uns vertraut. Sonst bringt all unser Fachwissen nichts. Menschlichkeit, Nächstenliebe, Gefühl und Empathie sind in diesem Beruf so wichtig. Man hat es nun mal nicht allein mit Gelenken, Wirbeln, Verletzungen, Sehnen oder Muskeln zu tun, sondern mit Menschen und deren Schicksalen, Ängsten und Sorgen. Einen guten Instinkt zu besitzen ist dabei sehr hilfreich!“

„Ich bin sehr gespannt was mich in den nächsten Ausbildungsjahren noch alles erwartet.”

“Welche Momente mich beeindrucken, mich faszinieren oder welche mir vielleicht Angst und Sorge bereiten werden. In welchem Bereich ich später agieren werde, kann ich heute noch nicht genau sagen. Vielleicht werde ich als selbstständiger Therapeut mit eigener Praxis arbeiten oder ich gehe in Anstellung in eine Fachklinik. Möglichkeiten habe ich unzählige, welche ich letztendlich nutzten werde, wird sich später herausstellen.“ (ps) 

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